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NAHOSTKONFLIKT

US-Marinehubschrauber legen Zwischenstopp auf Mallorca ein

Nach Recherchen der MM-Schwesterzeitung "Última Hora" flogen die Sikorsky-Seahawks die Luftwaffenbasis des Palmesaner Flughafen Son Sant Joan an. Die Maschinen werden üblicherweise zur Unterstützung von Zerstörern eingesetzt.

Eine Sikorsky SH-60/MH-60 Seahawk der US-Marine

| Palma de Mallorca |

Drei Militärhubschrauber der US-Marine, die dauerhaft auf dem spanischen Stützpunkt in Rota (Andalusien) stationiert sind, haben am Freitag einen Zwischenstopp auf der Luftwaffenbasis Son Sant Joan Air Base eingelegt. Das berichtet die MM-Schwesterzeitung "Última Hora" unter Berufung auf eigene Recherchen. Die Landung erfolgte demnach vor dem Hintergrund wachsender Spannungen im Nahen Osten sowie politischer Differenzen zwischen Madrid und Washington über die Nutzung spanischer Militärbasen im Konflikt mit Iran.

Zwei der Maschinen sollen dem Typ Sikorsky MH-60R Seahawk angehören. Laut Flugverkehrsdatenbanken gehörten sie zum Geschwader HSM-79 Griffins, das seit Mitte 2022 in Rota stationiert sei und für militärische Operationen konzipiert wurde. Die Hubschrauber seien aus Marseille gekommen und hätten mehrere Stunden auf Mallorca verbracht. Nach einem technischen Halt, dessen Ursache nicht bekannt sei, seien sie weiter nach Almería geflogen, will die Lokalzeitung erfahren haben. In Südspanien seien sie gegen Mittag gelandet und kurze Zeit später erneut gestartet.

Die Hubschrauber dienen üblicherweise zur Unterstützung von Zerstörern der Arleigh Burke-Klasse und werden insbesondere in der U-Boot- und Überwasserkampfführung eingesetzt.

Der Zwischenstopp fällt in eine Phase erhöhter militärischer Aktivität. Mehrere spanische Medien berichten, dass trotz der Entscheidung der Regierung in Madrid, den USA die Nutzung der Basen Rota und Morón für Operationen gegen Iran nicht zu gestatten, weiterhin amerikanische Militärflugzeuge von Spanien aus in andere europäische Länder flögen. Staaten wie Italien, Portugal, Großbritannien oder Deutschland hätten Washington die Nutzung ihrer Stützpunkte erlaubt.

Der Bürgermeister von Rota, Javier Ruiz Arana, sagte am Freitag, auf dem gemeinsamen US-spanischen Stützpunkt gebe es "täglich Bewegungen von Flugzeugen und Schiffen". Ob diese mit der amerikanischen Operation gegen Iran zusammenhingen, könne er jedoch nicht sagen: "Sie informieren uns nie, und die Gemeinden schon gar nicht."

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez kündigte derweil an, vor dem Parlament über die Haltung seiner Regierung zum Konflikt im Nahen Osten berichten zu wollen. Laut Regierungskreisen habe er dafür eine Sondersitzung des Abgeordnetenhauses beantragt.

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