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Armut auf Mallorca

Marokkanische Flagge gehisst: Obdachlose erklären Eingang zu Bürgerbüro in Palma zu ihrem Territorium

Vor dem Amt haben mehrere Menschen ein improvisiertes Lager eingerichtet. Matratzen, Decken, Essensreste und Müll prägen das Bild

Das Obdachlosenlager | Foto: F. F.

| | Palma, Mallorca |

Das Problem der Obdachlosigkeit in Palma de Mallorca macht inzwischen selbst vor den Türen der Stadtverwaltung nicht halt. Nahe dem alten Gesa-Gebäude in der Straße Joan Maragall, haben sich mehrere Obdachlose niedergelassen – direkt am Zugang zum Rathaus-Büro für Innovació. Dort befindet sich auch eine der Sozial-Bürgerstellen (OAC Social), die täglich von Bürgern und städtischen Mitarbeitern frequentiert wird.

Vor dem Eingang haben mehrere Menschen ein improvisiertes Lager eingerichtet. Matratzen, Decken, Essensreste und Müll prägen das Bild. Im Hintergrund läuft ein Radio, während eine Gruppe von Männern nordafrikanischer Herkunft den Platz besetzt hält. Auffällig ist eine kleine marokkanische Flagge, die sie dort aufgehängt haben und die offenbar ihr "Territorium" markieren soll.

Zwei weitere kleine Lager in der Nähe

Ein Stück weiter vom Haupteingang entfernt befinden sich zwei weitere kleine Lager direkt vor der Glasfassade, die die städtischen Büros vom Außenbereich trennt. Drinnen läuft der Betrieb weiter wie gewohnt – nur wenige Meter entfernt von der provisorischen Unterkunft im Freien.

Als zwei Besucher das Gebäude verlassen, kommentiert einer von ihnen die Szene mit einem Satz, der die Entwicklung in Palma widerspiegelt: "Das wirst du sehen, so etwas passiert inzwischen auch an anderen Orten", sagt er zu seinem Begleiter, der sich über den Anblick sichtlich überrascht zeigt.

Die Umgebung rund um das ehemalige Gesa-Gebäude und den Parque Pocoyó gilt seit einiger Zeit als einer der Brennpunkte der Obdachlosigkeit in Palma. Immer wieder suchen Menschen dort Schutz – selbst unmittelbar neben Büros der Stadtverwaltung, in denen täglich Beamte, Angestellte und Bürger ein- und ausgehen.

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