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Mittelmeer

Neue Schockstudie: Meeresboden rund um Mallorca viel vermüllter als gedacht!

Kunststoffmaterialien wie Glasfaser, starre Fragmente und Alltagsgegenstände wie Gläser oder Sonnenbrillen herrschen vor

So sieht der Meeresboden rund um Mallorca vielerorts aus | Foto: Ultima Hora

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Eine bahnbrechende Studie über den Meeresboden vor Mallorca und den Nachbarinseln hat erstmals eine weit verbreitete und anhaltende Verschmutzung durch Abfälle quantifiziert und dabei Aktivitäten im Zusammenhang mit Tourismus, Gastgewerbe und Schifffahrt als Hauptursachen für diese Verschmutzung identifiziert. Die Studie, die im Laufe des Jahres 2025 von den Stiftungen Mallorca Preservation, Menorca Preservation und Ibiza Preservation durchgeführt wurde, hebt hervor, dass Mallorca die Insel mit der höchsten Müllkonzentration unter Wasser ist.

Die Daten wurden anhand von 136 Proben erhoben. Zum Einsatz kamen Taucher, die alle gefundenen Abfälle registrierte. So wurden Hunderte von Gegenständen identifiziert, wobei Kunststoffmaterialien wie Glasfaser, starre Fragmente und Alltagsgegenstände wie Gläser oder Sonnenbrillen absolut vorherrschten.

Mallorca verzeichnete die höchsten Verschmutzungswerte des Archipels mit einer kritischen Dichte von 3,29 Gegenständen pro 100 Quadratmeter im Frühjahr und 3,17 im Herbst, was eine Ansammlung von Abfällen zeigt, die nach der Hochsaison nicht verschwindet. Im Gegensatz dazu wies Menorca die niedrigsten Werte auf, wobei die Dichte zwischen den beiden Probenahmekampagnen um die Hälfte zurückging, während Ibiza und Formentera einen mittleren Wert aufwiesen.

Die Analyse der möglichen Herkunft der Abfälle, die mithilfe einer Anpassung der Matrix Scoring Technique (MST) durchgeführt wurde, weist direkt auf Aktivitäten im Zusammenhang mit Tourismus, Handel, Gastgewerbe und Schifffahrt hin. An zweiter Stelle stehen Fischereitätigkeiten, die in der Herbstkampagne ein größeres relatives Gewicht haben. Das Vorkommen von Abwässern war hingegen gering und konzentrierte sich hauptsächlich auf Gebiete in der Nähe von Abflusskanälen.

Nur Müll am Meeresboden, nicht in der Schwebe

Das Projekt mit dem Namen „Tejiendo Futuro: una Alianza para la Preservación de Baleares” (Zukunft gestalten: eine Allianz zum Schutz der Balearen) konzentriert sich ausschließlich auf die auf dem Meeresboden abgelagerten Abfälle und lässt diejenigen außer Acht, die in der Schwebe bleiben.

„Die Bestimmung der möglichen Herkunft der identifizierten Objekte basiert auf einer probabilistischen Methodik, sodass diese Studie einen ersten Ansatz darstellt. Die angegebenen Herkunftsquellen der Abfälle sind als Schätzungen zu verstehen, die auf der Art der Abfälle und ihrer Entfernung zum Untersuchungsort basieren”, erklärte Carla Alfonso, eine der Koordinatorinnen des Projekts, am Mittwoch bei der Präsentation in Palma.

Den Autoren des Berichts zufolge bietet diese Arbeit eine bisher unveröffentlichte wissenschaftliche Grundlage, auf der die Behörden künftige Managementstrategien und langfristige Überwachungsprogramme ausrichten können. Neben der Forschung will die Allianz der drei Stiftungen der Balearen die Kreislaufwirtschaft und das Bewusstsein der Bürger als grundlegende Säulen zum Schutz der Küstenökosysteme fördern, die sowohl die Artenvielfalt als auch die Wirtschaft der Inseln erhalten.

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