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EUROPÄISCHE KULTURHAUPTSTADT

Aus der Traum: Palma unterliegt in der Vorausscheidung vier anderen Städten

Beim Auswahlverfahren muss Mallorcas Metropole unter anderem Granada und Oviedo den Vorzug lassen. Bürgermeister Martínez will an seiner Kulturpolitik unbeirrt festhalten. Die Opposition kritisiert das Konzept.

Mit oder ohne Titel: Palmas Bürgermeister sieht die Inselmetropole als "Kulturhauptstadt im Mittelmeerraum" | Foto: Alejandro Sepúlveda

| | Palma de Mallorca |

Der Traum von Europas Kulturhauptstadt ist für Palma de Mallorca erstmal ausgeträumt: Die balearische Inselhauptstadt hat es nicht in die Endrunde des spanischen Auswahlverfahrens für die Europäische Kulturhauptstadt 2031 geschafft. Das spanische Kulturministerium gab am Freitag bekannt, dass Granada, Cáceres, Oviedo und Las Palmas de Gran Canaria weiterhin im Rennen bleiben. Diese vier Städte werden nun ihre Konzepte vertiefen, bevor im Dezember entschieden wird, welche von ihnen Spanien im Jahr 2031 vertreten soll. Parallel wird Malta eine Kulturhauptstadt stellen.

Die Entscheidung traf ein Bewertungskomitee aus acht europäischen Experten sowie zwei vom Ministerium benannten Vertretern. Für Palma endet damit ein Bewerbungsprozess, der vor rund eineinhalb Jahren begonnen hatte. Die Stadt hatte ihre Kandidatur unter anderem mit ihrer angestrebten Rolle als "kulturelles Zentrum im Mittelmeerraum" begründet und auf eine "lebendige Kulturszene" mit internationalen Ausstellungen und Festivals verwiesen. Unterstützt wurde die Bewerbung auch von prominenten Fürsprechern, darunter der Starkoch Ferran Adrià, der Bildhauer Jaume Plensa und der mallorquinische Musiker Rels B.

Palmas Bürgermeister Jaime Martínez (Volkspartei, PP) versuchte nach der Entscheidung, den Blick nach vorn zu richten. "Mit oder ohne Nominierung ist Palma bereits eine große Kulturhauptstadt im Mittelmeerraum, in Europa und in der Welt", sagte er. Der Bewerbungsprozess habe "wichtige Impulse" für das kulturelle Leben der Stadt gegeben. Die dabei entwickelten Projekte sollten in den kommenden Jahren weiterverfolgt werden. „"Dieser Weg der Transformation wird mit demselben Engagement fortgesetzt", kündigte Martínez an. Zugleich gratulierte er den vier verbliebenen Städten und wünschte ihnen "viel Glück" für die endgültige Entscheidung.

Warum Palma nicht in die Endrunde gelangte, darüber machte Auswahlkomitee keine Angaben. Beobachter vermuten, dass auch geografische Überlegungen eine Rolle gespielt haben könnten. Da die Insel Malta 2031 ebenfalls eine Kulturhauptstadt stellt, könnte das Gremium Städte mit einem anderen Profil bevorzugt haben.

Kritik kam sogleich von der sozialdemokratischen Opposition im Rathaus. Der PSOE-Generalsekretär Iago Negueruela sagte, das Scheitern der Bewerbung spiegele das Fehlen einer "soliden Kulturstrategie" wider. Die Stadt habe das Vorhaben zu stark auf ein einzelnes Projekt ausgerichtet. "Sie haben die ganze Legislaturperiode auf dieses Pferd gesetzt – und es ist gescheitert", sagte Negueruela. Kulturpolitik dürfe nicht von einem einzigen Großereignis abhängen.

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