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AUSWAHLVERFAHREN

Kulturhauptstadt Europas: Schafft es Palma de Mallorca in die nächste Runde?

Welche spanische Kommune sich 2031 den begehrten Titel auf die Fahnen schreiben darf, wird in einem mehrjährigem Auswahlverfahren entschieden. Die balearische Hauptstadt konkurriert mit acht Städten.

Palmas Bürgermeister Jaime Martínez (l.) rührt für seine Stadt die Werbetrommel | Foto: T. Ayuga

| Palma, Mallorca |

r Palma de Mallorca wird es langsam ernst: Anfang März, konkret dem 6., entscheidet sich, ob die balearische Metropole im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2031 eine Runde weiter kommt. Dann will das zuständige Expertengremium bekannt geben, welche Städte die Vorauswahl erfolgreich bestanden haben und in die nächste Phase des Auswahlverfahrens einziehen.

Die entscheidenden Beratungen finden in den Tagen zuvor, vom 2. bis 5. März, im spanischen Kulturministerium in Madrid statt. Dort stellen die Bewerberstädte ihre Konzepte samt kulturellen Leitideen persönlich vor. Palma gehört zu insgesamt neun spanischen Kommunen, die sich um den Titel bewerben, den Spanien im Jahr 2031 gemeinsam mit Malta vergeben darf.

Über das Weiterkommen entscheidet ein unabhängiges Komitee aus zwölf Fachleuten. Zehn von ihnen wurden von europäischen Institutionen benannt, zwei weitere vom spanischen Kulturministerium. Bewertet werden unter anderem die Qualität des kulturellen Programms, die europäische Ausrichtung der Projekte, ihre langfristige Wirkung sowie die Beteiligung der lokalen Bevölkerung.

Der Wettbewerb um den Titel Kulturhauptstadt Europas wurde 1985 von der Europäischen Union ins Leben gerufen. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt Europas sichtbar zu machen, den Austausch zwischen den Kulturen zu fördern und Kultur als Impulsgeber für soziale und wirtschaftliche Entwicklung zu stärken. In Spanien trugen bislang unter anderem Madrid, Santiago de Compostela, Salamanca und San Sebastián den Titel.

Das Auswahlverfahren erstreckt sich über mehrere Jahre. Es beginnt sechs Jahre vor dem eigentlichen Titeljahr, die offizielle Ernennung erfolgt vier Jahre im Voraus. Die spanischen Bewerbungen für 2031 hatte das Kulturministerium Mitte Januar bekannt gegeben. Nach der Bekanntgabe der Finalisten im März soll im Dezember die endgültige Entscheidung fallen.

Die Stadt, die den Zuschlag erhält, richtet im Jahr ihrer Kulturhauptstadt ein umfassendes Kulturprogramm aus. Vorgesehen sind Veranstaltungen mit örtlichen und europäischen Künstlern sowie internationale Kooperationsprojekte. Für Palma wäre der Titel nicht nur ein kulturelles Prestigeprojekt, sondern auch eine Chance, das Profil der Stadt über den Tourismus hinaus nachhaltig zu schärfen.

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