Folgen Sie uns F Y T I R

Klippen-Springer auf Mallorca bringen Naturschützer auf die Palme

Ein waghalsiger Fallschirm-Sprung von einer Steilklippe im Naturpark der Serra de Tramuntana sorgt auf Mallorca für Empörung. Umweltaktivisten werfen den Beteiligten vor, in einem streng geschützten Gebiet gesprungen zu sein – und dabei möglicherweise sogar eine bedrohte Vogelart gestört zu haben

Der sogenannte Base-Jump wurden in den sozialen Medien geteilt | Video: Última hora

| Mallorca |

Ein spektakulärer Extremsport-Sprung in der Gebirgslandschaft im Nordwesten von Mallorca könnte für mehrere Beteiligte juristische Folgen haben. Die Umweltschutzorganisation Grup Balear d’Ornitologia i Defensa de la Naturalesa (GOB) hat Anzeige beim balearischen Umweltministerium erstattet. Der Vorwurf: Ein sogenannter Base-Jump – ein Sprung mit Fallschirm von einer Felsklippe – soll in einem gesperrten Bereich des Naturparks der Serra de Tramuntana stattgefunden haben.

Die Aktion wurde nach Angaben der Organisation von den Beteiligten selbst gefilmt und anschließend in sozialen Netzwerken verbreitet. Für Naturschützer liefert das Video zugleich Beweismaterial: Es zeige den genauen Absprungort, die Person, die sich von der Steilküste in die Tiefe stürzt, sowie ein Boot, das den Springer nach der Landung im Meer wieder aufnimmt.

Sensibles Gebiet im Naturpark

Nach Darstellung der GOB fand der Sprung in einem sogenannten Sperrgebiet des Naturparks statt. Solche Zonen gelten laut dem balearischen Naturschutzgesetz als besonders schützenswert, weil dort empfindliche Lebensräume oder seltene Arten vorkommen.

Auch der Bewirtschaftungsplan für die Serra de Tramuntana lasse wenig Spielraum: Freizeit- und Sportaktivitäten jeglicher Art seien in diesen Bereichen grundsätzlich untersagt. Genau deshalb habe die Organisation den Vorfall bei den Behörden gemeldet. In den veröffentlichten Aufnahmen sei zudem der Name eines Unternehmens zu erkennen, das Abenteuer- und Outdoor-Aktivitäten organisiert. Ob gegen dieses Unternehmen oder einzelne Teilnehmer ermittelt wird, müssen nun die Behörden prüfen.

Sorge um bedrohte Greifvögel

Besonders heikel ist der Fall nach Ansicht der Naturschützer wegen der Nähe zu einem Nistplatz des Fischadler. Die Greifvögel beginnen in diesen Wochen ihre Brutzeit und reagieren in dieser Phase äußerst empfindlich auf Störungen. Die Art gilt auf Mallorca als gefährdet. Im vergangenen Jahr wurden auf der Insel lediglich elf Brutpaare gezählt. Jede Störung in der Nähe der Horste könne deshalb Auswirkungen auf den ohnehin kleinen Bestand haben, warnen Naturschützer.

Die GOB sieht in dem Vorfall auch ein Beispiel für einen wachsenden Konflikt: Immer mehr Abenteuer- und Extremsportarten drängen in empfindliche Naturräume. Die Organisation fordert von den Behörden daher strengere Kontrollen – und appelliert an Sportler und Anbieter, die Regeln in Schutzgebieten konsequent einzuhalten

Zum Thema
Meistgelesen