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Palmas Stadtviertel

Cannabis, Ruhestörung, Polizei: Mallorca-Szene-Kiez Santa Catalina außer Kontrolle?

Seit vier Jahren belastet ein Nachbarschaftskonflikt das Leben einer Bewohnerin im Ausgehviertel von Palma

Archivbild des Stadtteils Santa Catalina | Foto: UH

| | Mallorca |

Für eine 66-jährige Anwohnerin im Szeneviertel Santa Catalina in Palma de Mallorca wird das Leben zunehmend zum Albtraum. Aufgrund eines seit Jahren andauernden Nachbarschaftskonflikts, der ihren Alltag massiv beeinträchtigt, fühlt sie sich stark belastet. Wie die Frau der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora berichtete, lebe sie "seit vier Jahren in der Hölle", ausgelöst durch einen Nachbarn, der regelmäßig Marihuana konsumiere, nachts laute Musik abspiele und mutmaßlich Drogen aus seiner Wohnung heraus verkaufe.

Nach ihren Angaben begann die Situation, als der Mann vor rund vier Jahren in die unter ihrer Wohnung gelegene Einheit in der Calle Soler einzog. Seitdem dringe immer wieder Cannabisrauch in ihre Wohnung ein. "Der Rauch kommt durch Türen und Fenster. Ich muss Lappen unter die Tür legen", schildert sie.

Besonders besorgt zeigt sich die Anwohnerin um die Gesundheit ihrer Hündin. Das Tier habe bereits mehrfach Symptome einer Vergiftung gezeigt, die sie auf das Einatmen des Rauchs zurückführt. "Sie zittert am ganzen Körper, kann nicht mehr stehen und liegt minutenlang wie tot da", berichtet die Frau. Der letzte Vorfall habe sich erst kürzlich ereignet.

Im In-Viertel Santa Catalina brodelt es schon lange

Zudem beschreibt sie einen stetigen Personenverkehr in der Wohnung des Nachbarn. "Es kommen und gehen ständig Leute. Einer geht rein, kurz darauf der nächste. Das wirkt wie eine Verkaufsstelle", sagt sie. Neben dem mutmaßlichen Drogenhandel sei auch die nächtliche Ruhestörung ein gravierendes Problem. "Um zwei oder drei Uhr morgens lief die Musik so laut, dass mein Bett gewackelt hat."

Die Frau gibt an, in den vergangenen Jahren mehrfach Anzeige bei der Polizei erstattet zu haben. Die Beamten seien zwar wiederholt vor Ort gewesen, doch die Situation habe sich nicht nachhaltig verbessert. Auch die Nationalpolizei sei inzwischen eingeschaltet worden und prüfe den Fall. Nach ihren Angaben handelt es sich bei der betroffenen Wohnung um ein Mietobjekt. Der Bewohner zahle seit über einem Jahr keine Miete mehr, rechtliche Schritte durch die Eigentümerin seien bereits eingeleitet worden.

Die anhaltende Belastung habe auch gesundheitliche Folgen für die Frau gehabt. "Ich musste zum Arzt und nehme inzwischen Beruhigungsmittel", sagt sie. Nach mehr als 30 Jahren im Viertel beklagt sie zudem einen Wandel im nachbarschaftlichen Zusammenleben. "Früher kannte man sich, heute ist das nicht mehr so." Trotz der schwierigen Situation will die Frau weiterhin auf die Missstände aufmerksam machen. "Ich weiß nicht mehr, an wen ich mich wenden soll. Ich halte das nicht mehr aus", erklärt sie.

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