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STADTPLANUNG

"Wichtigstes Projekt der vergangenen 25 Jahre": Palma baut neunstöckiges High-Tech-Gebäude für aufstrebendes Viertel

Bibliothek, Polizeidienststelle, Gesundheitszentrum, Kita und Konferenzräume – all das und so manches mehr soll auf dem Areal des ehemaligen Metropolitan-Kinos unweit der Plaza de España entstehen.

Der künftige Hingucker und Hingeher in Palmas Viertel Pere Garau | Foto: Stadt Palma de Mallorca

| Palma de Mallorca |

Das Geheimnis um das ehemalige Kino Metropolitan in Mallorcas Hauptstadt Palma ist gelüftet. Die Stadt hat den Siegerentwurf für die Neugestaltung des Areals im dicht besiedelten Pere Garau-Viertel vorgestellt. Geplant ist demnach ein multifunktionales öffentliches Gebäude mit breitem Angebot für die Bevölkerung.

Der Entwurf stammt von den Architekten Joan Fortuny und Martí Sans. Vorgesehen ist ein neunstöckiger Bau mit einer Kombination aus Holz- und Betonstruktur, Innenhöfen sowie offenen, öffentlich zugänglichen Bereichen. Die Kosten werden auf rund 14,3 Millionen Euro veranschlagt, hinzu kommen 3,6 Millionen Euro für den bereits im vergangenen Jahr erfolgten Erwerb des Grundstücks und des alten Lichtspielhauses. Die Bauzeit soll etwa 18 Monate betragen, Baubeginn ist nach derzeitiger Planung im nächsten Jahr.

Palmas Bürgermeister Jaime Martínez (Volkspartei, PP) bezeichnete das Projekt am Mittwoch als "eines der wichtigsten Stadtteilprojekte des vergangenen Vierteljahrhunderts". Das Viertel Pere Garau, mit rund 30.000 Einwohnern eines des bevölkerungsreichsten der Stadt, habe diese Investition aber "verdient".

Der Neubau soll das bislang brachliegende Gelände – Martínez sprach von einer "städtebaulichen Leiche" nach 14 Jahren Leerstand – in ein "offenes Zentrum mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten" verwandeln. Geplant sind unter anderem eine Polizeidienststelle, ein Gesundheitszentrum, eine Kita für Kinder bis drei Jahre, eine Bürgerberatungsstelle, ein Tageszentrum sowie Konferenzräume. Darüber hinaus sollen eine Bibliothek, ein Seniorenzentrum und ein Nachbarschaftszentrum untergebracht werden.

Ein zentrales Element des Entwurfs ist die flexible Nutzung der oberen Etagen. Diese seien so konzipiert, dass sie sich laut Stadtverwaltung an "künftige Bedürfnisse" anpassen ließen. Martínez hob hervor, die Vielfalt der vorgesehenen Einrichtungen sei eine der größten Herausforderungen des Projekts gewesen. Die Siegerlösung bewältige diese "auf sehr angemessene und flexible Weise".

Architektonisch setzt der Entwurf auf offene Räume und Integration in das Viertel. Zwei zentrale Atrien – eines zur Straße hin geöffnet, ein weiteres als bioklimatisches Zentrum – sollen für Tageslicht, natürliche Belüftung und Begegnungsräume sorgen. Ergänzt wird dies durch einen öffentlichen Vorbereich, der als überdachter Übergang zwischen Straße und Gebäude dient. Auch begrünte Terrassen, schattige Aufenthaltszonen und eine Gartenanlage sind vorgesehen.

Insgesamt umfasst das Projekt mehr als 7.000 Quadratmeter Nutzfläche, verteilt auf mehrere ober- und unterirdische Ebenen. In den Untergeschossen sind vor allem Parkplätze sowie Lagerbereiche geplant.

Ein besonderes Augenmerk legt die Stadt darauf, die Erinnerung an das traditionsreiche Kino Metropolitan aufrecht zu erhalten. So soll es einen eigenen Bereich geben, der die Geschichte des Lichtspielhauses dokumentiert, das über Jahrzehnte das kulturelle Leben des Viertels geprägt hatte.

Noch im Laufe dieses Jahres soll der endgültige Bauplan ausgearbeitet werden. Die Stadtverwaltung hat nach eigenen Angaben bereits Mittel bereitgestellt, damit das Projekt "schnellstmöglich anläuft". Martínez sprach von einer "Investition in die Zukunft", die zugleich helfen werde, laufende Mietkosten für bislang ausgelagerte Einrichtungen zu reduzieren.

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