Irans Militär hat seine Drohungen im Konflikt mit den USA und Israel ausgeweitet und nimmt nun auch weltweit touristische Ziele ins Visier. Freizeit- und Urlaubsorte könnten künftig Ziel von Vergeltungsmaßnahmen werden, erklärte ein ranghoher Sprecher der Streitkräfte am Freitag. Beobachter sehen darin eine neue Eskalationsstufe – mit potenziellen Auswirkungen auch auf den internationalen Reiseverkehr. Auf Mallorca ist nach den jüngsten Drohgebärden von Verunsicherung jedoch nichts zu spüren.
Der Sprecher der iranischen Armee, Brigadegeneral Abolfazl Shekarchi, sagte laut staatlichen Medien, "Erholungsgebiete, Freizeitzentren und touristische Ziele" seien für "die Feinde" Irans nicht länger sicher. Die Tötung führender iranischer Persönlichkeiten durch die USA und Israel – darunter hochrangige politische und militärische Funktionsträger – sei kein Zeichen von Stärke, sondern Ausdruck von "Verzweiflung und Böswilligkeit". Zugleich kündigte er an, amerikanische und israelische Militärangehörige sowie deren "Piloten und Truppen" stünden unter Beobachtung. Man werde Angriffe fortsetzen, die die Gegner "zerschmettern" würden.
Die Drohungen richten sich zwar ausdrücklich gegen Staatsbürger und Militärs der USA und Israels, betreffen jedoch indirekt auch zivile Einrichtungen weltweit, die von diesen Gruppen frequentiert werden. Damit geraten erstmals ausdrücklich touristische Infrastrukturen in den Fokus der Rhetorik aus Teheran. Auf Mallorca, wo US-Amerikaner und Israelis unter den Urlaubern nur einen vergleichsweise kleinen Anteil stellen, dürfte die unmittelbare Gefährdungslage dennoch begrenzt erscheinen.
Parallel dazu zeigen sich bereits erste Verschiebungen im Reiseverhalten. Der Chef der Fluggesellschaft Ryanair, Michael O’Leary, berichtete von einem deutlichen Anstieg kurzfristiger Buchungen innerhalb Europas. Insbesondere Spanien, Portugal, Griechenland und Italien profitierten derzeit von einer erhöhten Nachfrage. Hintergrund sei die Unsicherheit infolge der militärischen Eskalation im Nahen Osten, die sich zuletzt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet habe.
"Es handelt sich zweifellos um Buchungen für die nächsten vier oder fünf Wochen, insbesondere in den Osterferien", sagte O’Leary. Viele Reisende mieden offenbar Fernziele wie Dubai und entschieden sich stattdessen für näher gelegene Destinationen. Gleichzeitig rechnet der Manager damit, dass die Ticketpreise im Sommer "moderat steigen" könnten – auch wegen hoher Ölpreise. Andere Fluggesellschaften hätten bereits Treibstoffzuschläge eingeführt.
Die Aussicht auf einen länger andauernden Konflikt am Golf deutet darauf hin, dass geopolitische Spannungen zunehmend unmittelbare Auswirkungen auf den globalen Tourismus haben.