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Unterernährte Kinder, Mutter misshandelt: "Horror-Haus" in beschaulichem Mallorca-Dorf aufgeflogen

Für die drei Minderjährigen und deren Mutter gab es kaum etwas zu essen und regelmäßig Schläge. Der Familienvater ist festgenommen worden

Der Familienvater ist in Maria de la Salut auf Mallorca festgenommen worden und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. (Symbolbild). | Foto: Archiv

| | Maria de la Salut, Mallorca |

Auf Mallorca ist ein 59-jähriger Mann festgenommen worden, weil er seine Familie wiederholt geschlagen und seinen drei Kindern sowie seiner Frau Essen verwehrt haben soll. Die Vorfälle ereigneten sich in dem beschaulichen Dorf Maria de la Salut in der Inselmitte, die Festnahme war am 18. März. Das berichtet die MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora". Die minderjährigen Kinder – 14, 10 und 8 Jahre alt – sollen auch geschlagen worden und teilweise an Unterernährung gelitten haben. Dem tatverdächtigen Vater werden Körperverletzung und häusliche Gewalt zur Last gelegt, er befindet sich in Untersuchungshaft.

Dass der Fall aufflog, ist einer Sozialarbeiterin zu verdanken. Sie wurde auf die Geschehnisse aufmerksam und erstattete bei der Guardia Civil Anzeige gegen den Familienvater. Zuerst hatte die 14-jährige älteste Tochter des Hauses in der Schule berichtet, dass ihr Vater ihre Mutter schlecht behandele. Die 42-jährige sei mehrfach brutal geschlagen worden, zudem habe sie das Haus nur mit der Zustimmung ihres Mannes verlassen dürfen und sei durch ihn kontrolliert worden.

Kaum Essen im Haus

Laut der Sozialpädagogin, die die betroffene Familie über einige Wochen betreute, soll es zu Gesprächen mit den Opfern gekommen sein. Auch Hausbesuche habe es gegeben. Auf die Frage, ob der Mann sie gut behandle, zeigte die Frau den Inhalt des Kühlschranks und der Schubladen: sie waren leer. Die Kinder sagten, sie hätten Hunger. Der Vater kontrolliere Essen und Geld und zwinge sie, die Nahrung zu rationieren. Später bestätigte ein Arzt, dass der achtjährige Junge unterernährt war.

Die Mutter zeigte der Sozialpädagogin auch den Innenhof des Hauses, wo sich zahlreiche Müllsäcke angesammelt hatten. Der Mann habe ihr verboten, den Müll hinauszubringen, da er der Meinung sei, das sei allein seine Aufgabe. Jedes Mal, wenn die Sozialpädagogin einen Termin mit dem Vater vereinbarte, kaufte dieser zuvor Lebensmittel ein, damit es bei ihrem Besuch so wirkte, als fehle es an nichts. Am 17. März wurden die beiden jüngeren Kinder vom Kinderarzt untersucht. Dabei berichtete die mittlere Tochter, ihr Vater greife sie und ihre Mutter nahezu täglich ohne Grund an und es gebe kaum etwas zu essen im Haus. Die Mutter bestätigte die Misshandlungen und äußerte große Angst vor ihrem Mann.

Ausweise einbehalten

In ihrem Beschluss zur Untersuchungshaft stellte die Richterin fest, dass der Mann außerdem die Ausweisdokumente einbehielt, insbesondere die seiner Frau und der ältesten Tochter, da er ihnen misstraue. Der Beschuldigte bestritt die Vorwürfe und behauptete, die Familie sei glücklich, er schlage oder beleidige niemanden und alle könnten das Haus jederzeit verlassen. Bei seiner Festnahme befanden sich jedoch die Ausweisdokumente aller Familienmitglieder in seinem Besitz. Er erklärte, er habe Kopien anfertigen wollen, konnte dies aber nicht näher begründen und schob die Situation auf den "schlechten Umgang" seiner ältesten Tochter.

Laut richterlichem Beschluss ernährten sich die Frau und die drei Kinder ausschließlich von Milch, Brot, Wasser und Thunfisch. Sie wurden ohne ersichtlichen Grund misshandelt. Der Vater schlug sie mit der flachen Hand auf den Kopf und mit den Fäusten auf den Rücken. In der Karwoche des vergangenen Jahres schlug er seiner ältesten Tochter ins Gesicht und verletzte ihre Lippe. Die Opfer berichteten zudem, dass er sie regelmäßig beschimpfte. Die Richterin betonte, dass die Untersuchungshaft notwendig sei, um die Frau und ihre Kinder zu schützen.

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