Auf Mallorca ist Anklage gegen einen Arzt erhoben worden, der für mehrere sexuelle Übergriffe auf Patienten verantwortlich sein soll. Dem 41-Jährigen drohen 24 Jahre Haft, ein Berufsverbot sowie eine Geldstrafe. Zwischen Oktober 2022 und Januar 2023 soll er sieben Männer in seiner Praxis sexuell missbraucht haben. Der Prozess soll in Kürze vor dem Provinzgericht in Palma de Mallorca stattfinden.
Der 41-jährige Mediziner nutzte laut Anklage aus, dass die Patienten – allesamt über 50 Jahre alt – wegen unterschiedlicher Beschwerden zu ihm in die Sprechstunde kamen. Er habe die Männer dazu gebracht, sich hinzulegen und die Hose auszuziehen, um angeblich die Prostata zu untersuchen, und sie dabei ohne deren Einwilligung sexuell berührt. Insgesamt droht ihm neben der mehrjährigen Haftstrafe auch eine zivilrechtliche Entschädigung in Höhe von 23.000 Euro.
Vorfälle in Alaró und Binissalem
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ereignete sich der erste Vorfall am 1. Oktober 2022 im Gesundheitszentrum des Mallorca-Dorfes Binissalem, wo der Angeklagte ebenfalls als Arzt tätig war. Ein Patient, der wegen Nackenbeschwerden gekommen war, wurde aufgefordert, sich auf die Liege zu legen und die Hose herunterzulassen. Anschließend habe der Arzt wiederholt dessen Genitalien berührt. Das Opfer verließ daraufhin sofort die Praxis.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich am 12. Dezember desselben Jahres im Gesundheitszentrum von Alaró. Ein Mann mit Rückenschmerzen wurde unter demselben Vorwand ebenfalls ohne Einwilligung sexuell berührt. Ähnliche Taten sollen sich am 30. Dezember sowie am 4., 10. und 24. Januar wiederholt haben. Keiner der Patienten war wegen Prostatabeschwerden gekommen, dennoch habe der Arzt sie jedes Mal aufgefordert, sich zu entkleiden.
Ihm droht ein Berufsverbot
Der schwerwiegendste Fall, für den die Staatsanwaltschaft eine Einzelstrafe von sechs Jahren Haft fordert, ereignete sich ebenfalls im Dezember. Ein Patient, der wegen eines Blutzuckerproblems in Behandlung war, soll zunächst unsittlich berührt und anschließend zu einer oralen sexuellen Handlung gezwungen worden sein. Zudem habe der Angeklagte ihm gegenüber eine anzügliche Bemerkung gemacht, bevor der Mann die Praxis verließ. Diese lautete: "Sie können nach Palma gehen und mich vögeln, wann immer Sie wollen."
Nachdem die mutmaßlich Geschädigten Anzeige bei der Guardia Civil erstattet hatten, wurde der Arzt festgenommen. Neben der Haftstrafe und den geforderten Entschädigungen beantragt die Staatsanwaltschaft auch ein Berufsverbot, das die Dauer der Haftstrafe um fünf Jahre übersteigen soll.