Nur nicht noch ein Luxushotel auf Mallorca: In Campanet auf Mallorca wächst der Widerstand gegen die mögliche Umwandlung der historischen Finca Gabellí Gran in ein exklusives Tourismusprojekt. Eine örtliche Wählergruppe setzt sich dafür ein, das Anwesen in öffentliche Hand zu überführen und so vor privater Nutzung zu bewahren.
Més per Campanet hat einen entsprechenden Antrag eingebracht, der die balearische Regionalregierung und den Inselrat zum Kauf der Finca auffordert. Hintergrund ist ein laufender Verkaufsprozess: Die rund 72 Hektar große Liegenschaft steht derzeit für 16 Millionen Euro auf dem Markt. Nach bisherigen Plänen könnte dort ein Fünf-Sterne-Hotel mit 28 Zimmern entstehen.
Die Finca gilt als eines der bedeutendsten historischen Anwesen der Gemeinde und ist wegen ihres kulturellen und ethnologischen Werts geschützt. Neben einer alten Ölmühle verfügt sie über eine eigene Kapelle sowie über ausgedehnte Weinberge und Olivenhaine. Insgesamt umfasst die bebaute Fläche mehr als 2.100 Quadratmeter.
Besonders ist zudem die Lage des Anwesens: Das Landgut befindet sich nur wenige hundert Meter von Ses Fonts Ufanes entfernt. Dabei handelt es sich um ein seltenes hydrogeologisches Phänomen, bei dem nach starken Regenfällen plötzlich große Wassermengen aus dem Boden sprudeln. Die Umgebung gilt daher als ökologisch besonders schützenswert.
Aus Sicht der Gemeinde würde ein öffentlicher Erwerb sicherstellen, dass dieses Gebiet langfristig erhalten bleibt. In dem Antrag wird vorgeschlagen, die Finca künftig für gemeinnützige Zwecke zu nutzen – etwa als Informationszentrum zu den Quellen, als Herberge oder als Ausgangspunkt für Wander- und Radtourismus.
Der derzeitige Eigentümer ist nach Informationen der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" ein irischer Investor, der die Finca vor mehr als einem Jahrzehnt erworben haben soll. Ursprünglich soll dieser geplant haben, das Anwesen in ein Luxushotel umzubauen. Das Vorhaben verzögerte sich jedoch erheblich. "Wir haben acht Jahre auf die Lizenz gewartet, die ausufernde Bürokratie ließ das Interesse schwinden", erklärte der Verwalter Josh Brown bereits 2023. Zudem habe die Inflation die ursprünglichen Investitionspläne erheblich durchkreuzt: "Das Budget von einst reicht heute nicht mehr aus."
Inzwischen soll sich der Eigentümer von seinen Hotelplänen verabschiedet und das Anwesen erneut zum Verkauf ausgeschrieben haben. Der aktuelle Preis liegt deutlich über früheren Offerten.