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Süße Sünde: Wie ein Unternehmer mit einer Pralinenschachtel die Direktorin der Küstenbehörde mutmaßlich bestechen wollte

Der Mann wird beschuldigt, mit dem illegalen Deal eine Genehmigung in Cala Millor angepeilt zu haben. Was er genau bezweckte …

Der Verdächtige am Donnerstag wurde, bewacht von zwei Beamten der Nationalpolizei, in das Gerichtsgebäude an der der Vía Alemania gebracht. | Foto: Teresa Ayuga

| Mallorca |

Ein Unternehmer aus Porto Cristo ist auf Mallorca von der spanischen Nationalpolizei festgenommen worden, weil er versucht haben soll, die Generaldirektorin für Küstenangelegenheiten der Balearen-Regierung zu bestechen. Ziel des Mannes war es offenbar, eine Genehmigung für den Betrieb eines kleinen Verkaufsstands für Tickets von Bootsausflügen im öffentlich zugänglichen Küstenbereich von Cala Millor zu erhalten und sich mit dem Häuschen von der Konkurrenz abzuheben.

Wie zuerst die spanische Tageszeitung „Ultima Hora“ berichtete, erschien der Verdächtige vor einigen Wochen in den Räumlichkeiten des zuständigen Ministeriums im Industriegebiet Son Castelló. Dort übergab er der hochrangigen Beamtin, mit der er wiederholt Gespräche geführt hatte, eine Schachtel Pralinen, in der sich 20.000 Euro in bar befanden. Das Ermittlungsverfahren steht derzeit unter Geheimhaltung.

Wie das nautische Fachmagazin „Gaceta Náutica“ gegenüber „Última Hora“ bestätigte, wollte der Mann sich mit dem Geschenk angeblich für die Zeit bedanken, die ihm die Behördenleiterin im Rahmen des Genehmigungsverfahrens für den beantragten Stand gewidmet hatte. Eine Genehmigung war indes bislang nicht erteilt worden. Die Empfängerin ahnte zunächst nichts von dem Inhalt der Schachtel und reichte sie anschließend an ihre Behördenmitarbeiter zum Verteilen der Pralinen weiter. Diese entdeckten jedoch darin Bündel von 50-Euro-Scheinen im Gesamtwert von 20.000 Euro.

Die Generaldirektorin informierte daraufhin ihren Vorgesetzten, den zuständigen Minister, der den Vorfall umgehend der Polizei meldete. Die Ermittlungen wurden von der Abteilung für Wirtschafts- und Technologiedelikte der Nationalpolizei übernommen. Nachdem der Unternehmer identifiziert worden war, leiteten die Beamten Maßnahmen zu seinem Auffinden ein.

Als der Mann erfuhr, dass nach ihm gesucht wurde, stellte er sich am Donnerstagvormittag schließlich in Begleitung seines Anwalts freiwillig bei der Polizeidirektion. Der Verdächtige wurde festgenommen und später einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Dort wurde er unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Ihm wird Bestechung zur Last gelegt.

Minister spricht der Direktorin sein Lob aus

Die Balearen-Regierung sprach am Freitag der Generaldirektorin ihre Anerkennung aus. Vizepräsident Antoni Costa lobte die Generaldirektorin der Küstenbehörde für ihr vorbildliches Handeln angesichts eines Vorfalls, der im Ministerium für Aufsehen sorgte.

„Sie hat so gehandelt, wie es jeder Beamte oder jede Führungskraft tun sollte“, sagte Costa und brachte den „Stolz“ der Regierung über die Rolle der Direktorin zum Ausdruck, während er gleichzeitig das Vorgehen der Polizei bei der Festnahme des Unternehmers würdigte. Sobald das Geld in der Pralinenschachtel entdeckt worden war, das der Unternehmer hinterlassen hatte, informierte die Generaldirektorin ihre Vorgesetzten und benachrichtigte die Nationalpolizei.

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