In einer Gemeinde im Südosten Mallorcas wird das Parken im Ortszentrum wieder kostenpflichtig. Die sogenannte „Blaue Zone“ (ORA) soll nach mehreren Jahren Unterbrechung erneut eingeführt werden, um die angespannte Parksituation zu verbessern und für mehr Wechsel bei den Stellplätzen zu sorgen.
Konkret betrifft die Maßnahme das Dorf Felanitx. Dort hatte die Parkraumbewirtschaftung zuletzt faktisch nicht mehr stattgefunden, obwohl Markierungen und Automaten weiterhin vorhanden waren. Nun hat der Gemeinderat eine neue, umfassende Verkehrsverordnung auf den Weg gebracht, die das System wieder aktiviert.
Neue Regeln für Verkehr und Parken
Die Verordnung geht deutlich über das Parken hinaus. Sie regelt unter anderem Einfahrten (Vados), Be- und Entladezonen sowie den Verkehr von Fahrrädern und E-Scootern. Auch temporäre Beschilderungen bei Festen oder Veranstaltungen werden neu organisiert.
Zudem erhält die Lokalpolizei erweiterte Befugnisse: Künftig kann sie konsequenter gegen Falschparker vorgehen und Fahrzeuge abschleppen lassen – gearde dann, wenn diese über mehrere Tage hinweg abgestellt wurden. Ziel ist es, insbesondere im stark frequentierten Zentrum wieder für Ordnung zu sorgen.
Rückkehr der Blauen Zone
Die gebührenpflichtigen Parkzeiten sind bereits festgelegt: Montag bis Freitag gilt die Zahlungspflicht von 9.30 bis 13.30 Uhr sowie von 17 bis 20 Uhr, samstags von 10 bis 14 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten bleibt das Parken kostenfrei.
Die ORA-Zone wird in drei Sektoren unterteilt. Einige Straßen sind nicht mehr Teil des Systems, da sie inzwischen Fußgängerzonen sind oder Parkverbote gelten. Gleichzeitig wurden neue Parkflächen sowie zusätzliche Straßenzüge integriert, um die Kapazität anzupassen.
Hintergrund der Wiedereinführung ist auch ein praktisches Problem: Seit der Pandemie war die Kontrolle wegen Personalmangels eingestellt worden. Die Folge: keine funktionierende Parkraumbewirtschaftung – und kaum Fahrzeugrotation. Teilweise nehmen die Automaten inzwischen nicht einmal mehr Münzen an.
Die Gemeinde plant daher, den gesamten Service künftig extern zu vergeben. Dazu gehören Wartung der Automaten, Kontrolle der Parkzeiten und die Verhängung von Strafen. Dieses Modell ist auf Mallorca bereits in vielen Orten üblich. Nach Angaben des zuständigen Gemeinderats hat die Umsetzung Priorität. Ziel sei es, das Parken im Zentrum wieder zu erleichtern – ein Thema, das nicht nur Einheimischen, sondern auch vielen Urlauber zu Gute kommen soll.