Eine illegale Luxus-Ferienfinca auf Mallorca sorgt weiterhin für massive Probleme und plagt Anwohner nun schon seit mehreren Monaten und Jahren. Die “Villa Aladin” im Meeresviertel Es Pillarí in Palma de Mallorca soll Anwohner um den Schlaf bringen: Sie klagen über betrunkene Touristen und laute Musik, Schmutz sowie nächtlichen Lärm. Mehr als 20 Anzeigen seien schon erstattet worden, bisher erfolglos.
Wie die MM-Schwesterzeitung “Ultima Hora” berichtet, wird die Ferienfinca samt Pool und riesigem Außenbereich seit Längerem illegal an Urlauber vermietet. Der Betreiber der “Villa Aladin” ist der Unternehmer Francisco Garrido Sánchez. In seinen Werbevideos bezeichnet er sich selbst als „den Piraten der Villen“. Auf Anfrage gibt dieser zu: „Nein, diese Unterkunft verfügt derzeit über keine Lizenz, ein Antrag beim Consell wurde jedoch bereits gestellt.“ Bei Airbnb ist die Anzeige derweil gelöscht worden. Indes wird das Ferienhaus unter anderem bei Instagram weiter beworben:
Rund 20 Anzeigen seien gegen den Betreiber der illegale Ferienfinca bereits erstattet worden, so die Eigentümergemeinschaft s’Hort de Son Sunyer in Palmas Stadtteil es Pillarí: wegen der andauernden Belästigungen, die durch die illegale touristische Vermietung dieser Villa verursacht werden. Gleichzeitig kritisieren die Anwohner die „Untätigkeit“ des verantworlichen Behörden.
Wie die Anwohner rund um die “Villa Aladin” in Palma de Mallorca berichten, müssen sie „das rücksichtslose Verhalten von Gruppen junger Leute ertragen, die mehrere Tage bleiben, zum Trinken und Feiern kommen, bis tief in die Nacht bei voller Lautstärke Musik hören, die Straßen der Wohnsiedlung verschmutzen und das normale Leben der Menschen stören“.
"Unhaltbare Situation"
Betroffene bezeichnen die Situation als „unhaltbar“ und wandten sich deshalb an die Tourismusbehörde Mallorcas mit der Forderung, den Betrieb auf der Ferienfinca einzustellen. In zahlreichen Fällen wurde auch die Polizei gerufen, die einen Bericht erstellte, in dem festgehalten wird, dass es sich um eine illegale Ferienvermietung handelt. Laut diesem Bericht „verwendet der Eigentümer eine Lizenz, deren Angaben nicht mit dem Register der touristischen Unternehmen, Aktivitäten und Einrichtungen der Conselleria de Turisme übereinstimmen“.
Die Nachbarn führten zudem zwei Gespräche mit der Insel-Tourismusdirektorin des Consell de Mallorca, Clara María del Moral Torres, begleitet vom Koordinator des Sanktionsdienstes, Jesús Piñuela. Diese Treffen bezeichnen sie jedoch als „ergebnislos“, da sich an der Situation nichts geändert habe.
Bedrohungen durch betrunkene Urlauber
Die Beschwerdeführer warnen, dass es sich nicht um einen Einzelfall handele, sondern um „ein riesiges Geschäft, das dieser Unternehmer auf der ganzen Insel mit weiteren Villen betreibt und das die Behörde nicht stoppen kann. Hier geht es um Millionen von Euro, die er das ganze Jahr über einnimmt“. Der Betreiber der illegalen Ferienvilla „lacht über die Behörde und über die Nachbarn“, so die Anwohner. „Eine Geldstrafe von 40.000 oder 50.000 Euro ist ihm egal, denn das verdient er in einem Monat“, fügen sie hinzu.
„Während der Unternehmer sich bereichert, leben wir mit ständigen Problemen des Zusammenlebens: nächtliche Feiern, Lärm, Schmutz, betrunkene Touristen und Unsicherheitsvorfälle“, erklären die Bewohner. „Wir können nicht schlafen. Unsere Kinder können nicht unbesorgt nach draußen gehen“, berichten sie. Einige geben sogar an, dass es zu Drohungen durch bestimmte, stark alkoholisierte Ferienmieter gekommen sei.
Der Betreiber der illegalen Ferienfinca Garrido erklärt zwar, dass „ab dem 31. Oktober keine weiteren Aktivitäten mehr stattfinden werden“, doch die Nachbarn entgegnen, dass dies die verlorenen Schlafstunden und die jahrelangen Belastungen nicht wiedergutmache. Aus all diesen Gründen haben sie rechtliche Schritte eingeleitet, damit die Situation umgehend beendet wird.