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Ohne Pferde und mit deutschem Kennzeichen: So sehen die neuen Elektro-Kutschen in Palma de Mallorca aus

Unter den Augen vieler Urlauber sind die E-Droschken eines deutschen Herstellers an der Kathedrale vorgestellt und getestet worden. Nach jahrelanger Kritik erfolgt die Umstellung der Kutscher freiwillig

Das Testmodell der neuen E-Droschen in Palma de Mallorca stammt aus dem bayerischen Landshut. | Foto: T. Ayuga

| | Palma, Mallorca |

Sie funktionieren voll elektrisch und ganz ohne Tierleid: Am Donnerstag sind in Palma de Mallorca die ersten neuen Elektro-Kutschen vorgestellt und getestet worden. Diese sollen nach und nach die Pferde ablösen, um Urlaubern Rundfahrten durch die historische Altstadt anzubieten. Das vorgeführte Modell trägt ein Landshuter Kennzeichen und stammt von einem deutschen Hersteller in Bayern. Die glänzende Kutsche im Vintage-Stil fährt bis zu 25 km/h und passt problemlos durch die verwinkelten Gassen der Stadt.

Die neuen E-Droschken vor der Kathedrale von Palma de Mallorca ist von Urlaubern gut angenommen worden. "Die gefallen uns", betonten zahlreiche Touristen. Junge Besucher vom spanischen Festland applaudierten, als die elektrisch betriebene Kutsche im Retro-Stil vorbeifuhr: "Voll schick!" Der Kutscher bewegte sich durch die Menschenmengen, betätigte die Hupe – und der Applaus wurde noch lauter. Ausländische Touristen machten Fotos. Währenddessen standen die Pferde, die aktuell noch immer im Einsatz sind, an die Mauer gedrängt und warteten auf den nächsten Fahrgast.

Kutscher begutachten das neue E-Modell. Fotos: T. Ayuga

Das Test-Modell stammt von einem deutschen Hersteller aus Landshut in Bayern und soll rund 90.000 Euro kosten. Die Kutscher räumten ein: "Das ist sehr viel Geld. Wir wollen den Wechsel auf Elektro-Kutschen, aber es ist eine enorme Investition. Wir bräuchten Unterstützung vom Rathaus. Auch wenn wir nicht glauben, dass wir Hilfe bekommen – zumindest würde man uns dann nicht mehr wegen der Pferdenutzung kritisieren", so die Kutscher gegenüber der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora".

Die Kutscher an der Kathedrale von Palma de Mallorca bestaunten das neue Fahrzeug mit seinen edlen Holzelementen, Ledersitzen und einem aufklappbaren Verdeck – eine Kutsche, die einer englischen Königin würdig wäre. "Wunderschön, wirklich hochwertig", zeigen sie sich beeindruckt.

Bei Urlaubern ist die neue E-Droschke gut angekommen.

E-Droschken sollen die klassischen Pferdekutschen auf Mallorca bald ablösen. In der vergangenen Legislaturperiode war ein Pilotprogramm der Zentralregierung gestartet worden, um die Pferde durch solche Elektrofahrzeuge zu ersetzen. Das Fördervolumen lag bei einer Million Euro, die zur Hälfte von der Stadt hätte getragen werden müssen. Doch der Regierungswechsel machte den Plänen einen Strich durch die Rechnung: "Mit der linken Regierung hätten wir Unterstützung für den Fahrzeugwechsel bekommen", sagen die Kutscher.

Doch im März dieses Jahres hatten die 28 Pferdekutscher in Palma de Mallorca dann angekündigt, den Wechsel selbstständig vorzunehmen. Man habe dies einstimmig beschlossen, daraufhin wurde die Stadtverwaltung informiert. Im vergangenen Jahr waren die klassischen Pferdekutschen bereits in einem beliebten Urlaubsort der Insel abgeschafft worden: Als erste Gemeinde Mallorcas hatte Alcúdia Elektromodelle eingeführt.

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