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Neues Leben für alte Mauern: Ehemaliges Landgut Son Ametler wird Nachbarschaftstreff

Nach jahrelangen Verzögerungen eröffnete Bürgermeister Martínez am Freitag die teilsanierten "Ses Cases de Son Ametler". Das Anwesen aus dem Jahr 1886 wurde für 1,2 Millionen Euro an die Berdürfnisse der Gegenwart angepasst.

Innenansicht des sanierten Landguts Ses Cases de Son Ametler. | Foto: P. Bota

| Palma de Mallorca |

Nach jahrelanger Verzögerung ist ein historisches Landgut in Palma nun wieder öffentlich zugänglich: Bürgermeister Jaime Martínez (Volkspartei, PP) hat am Freitag die Ses Cases de Son Ametler nach umfassender Sanierung offiziell als neues Nachbarschaftszentrum eröffnet. Für die Umgestaltung wurden nach Angaben der Stadt mehr als 1,2 Millionen Euro investiert.

Bei der Eröffnung waren neben Martínez auch die Stadträtin für Bürgerbeteiligung, Lourdes Roca, sowie der erste stellvertretende Bürgermeister Javier Bonet anwesend. Vertreter der Anwohner nahmen ebenfalls an dem feierlichen Akt teil.

Martínez sprach von einem "großen Tag" für das Viertel. Und ging auf die lange Vorgeschichte des baulichen Vorhabens ein: Bereits seit 2010 seien "kleinere Maßnahmen" in Angriff genommen worden, die jedoch nicht abgeschlossen hätten werden können. Nun stehe das Gebäude erstmals vollständig für die Bürger und Öffentlichkeit zur Verfügung. "Wir können uns alle dazu beglückwünschen, dass es jetzt allen dient", sagte Martínez.

Zugleich betonte er den denkmalpflegerischen Wert des Anwesens, das die Stadt bereits 2002 erworben hatte. Es gehe daher nicht nur um eine gewöhnliche Eröffnung, sondern auch darum, "Kulturerbe zu erhalten und verlorengegangene Räumlichkeiten zurückzugewinnen".

Die Ses Cases de Son Ametler sind ein ehemaliges herrschaftliches Landgut aus dem Jahr 1886 mit einer Gesamtfläche von mehr als 2.700 Quadratmetern. Die nun abgeschlossene erste Bauphase konzentrierte sich nach Angaben der Stadt auf das Erdgeschoss mit rund 900 Quadratmetern. Dabei seien originale architektonische Elemente wie die zentrale Mauer und Gewölbe aus Marés-Sandstein erhalten und mit "modernen Lösungen" kombiniert worden.

Entstanden ist ein multifunktionales Zentrum für soziale und kulturelle Nutzung. Es umfasst unter anderem Büros, einen Mehrzwecksaal, Aufenthaltsbereiche, eine Cafeteria sowie Räume für Ausstellungen und Nachbarschaftstreffen. Ein zentrales Gestaltungselement ist ein großes, atriumartiges Innenareal, das den vorderen mit dem hinteren Garten verbindet. Zudem wurden ein Aufzug und eine freitragende Treppe eingebaut.

Martínez kündigte an, dass die Stadt in den Haushaltsplan für 2027 Mittel für die zweite Sanierungsphase bereitstellen wolle. Diese letzte Phase soll die beiden oberen Stockwerke sowie weitere Arbeiten an der Fassade umfassen.

Zugleich verwies der Bürgermeister auf ähnliche Projekte in anderen Stadtteilen wie Son Flor und Son Peretó. Ziel sei es, langjährige Forderungen der Anwohner umzusetzen und zu verhindern, dass sich Projekte "über Jahrzehnte hinziehen" wie im Fall von Son Ametler.

In der Nachbarschaft stößt das Vorhaben erwartungsgemäß auf Zustimmung. Anwohnervertreter Rafael García sagte, die Menschen seien "rundum zufrieden" mit dem Ergebnis der Sanierung. Die erste Phase sei ein wichtiger Schritt, deren Fortsetzung stünde aber noch aus. Ein langjähriger Anwohner, Antonio Damians, äußerte sich ebenfalls positiv, merkte jedoch an, das Gebäude sei "sehr schön geworden, aber früher war es ein echtes Juwel".

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