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Kein Durchkommen mit Kinderwagen oder Rollstuhl: Wo Parkautomaten auf Mallorca ganze Bürgersteige blockieren

Vor Kurzem hat die Stadtverwaltung von Palma in einem Viertel das Parken neu geregelt. Im Zuge dessen empören sich Nachbarn über eingeschränkte Mobilität

Seitdem die neuen Parkautomaten aufgestellt wurden, ist es auf manchen Bürgersteigen in Pere Garau ziemlich eng geworden. | Foto: Llucia Costa

| | Palma, Mallorca |

Vor Kurzem hat die Stadtverwaltung von Palma de Mallorca im aufstrebenden Stadtteil Pere Garau die Parkregelung ORA eingeführt. In diesem Rahmen wird das Abstellen von Fahrzeugen auf den Straßen kostenpflichtig, es sei denn Anwohner verfügen über eine entsprechende Bescheinigung, die sie als Nachbarn ausweist. Im Zuge der Einführung stellte die Stadtverwaltung zahlreiche Parkautomaten auf. Nun empören sich Nachbarn darüber, dass sie wegen diesen auf manchen engen Bürgersteigen kaum noch Platz haben.

Cristina Llorente, Architektin, hat eine klare Diagnose: "Die Stadtverwaltung von Palma verstößt gegen die Barrierefreiheitsvorschriften." Llorente erklärt: "Normalerweise muss auf dem Bürgersteig ein Abstand von 180 Zentimetern zwischen der Wand und jedem Gegenstand eingehalten werden, um den Durchgang zu ermöglichen. In ganz bestimmten Fällen kann dieser auf 90 Zentimeter reduziert werden." Auf einigen Gehwegen in Pere Garau wird dieser Mindestabstand jedoch nicht eingehalten und beträgt nur 85 Zentimeter. "Da passt kaum eine Person vorbei. Es ist unmöglich, mit einem Rollator, einem Rollstuhl oder einem Kinderwagen vorbeizukommen", erklärt sie.

"Besser direkt am Rand aufstellen"

Obwohl einige Anwohner auf die Ausweitung der Parkzone gehofft hatten, ist es eine andere Sache, dass die Parkuhren einen Großteil des Gehwegs eingenommen haben. Guillermo Colom, der gerade dabei war, an einem der Parkautomaten ein ORA-Ticket zu ziehen, erklärt, dass sie "sehr störend" seien, da er manchmal warten müsse, bis die Leute mit Einkaufswagen und -taschen vorbeigekommen sind, bevor er an den Automaten herankommt. "Wenn sie direkt am Rand stünden, würden sie weder die Autos noch die Leute behindern. Ich verstehe, dass man die Laternen nicht versetzen kann, aber diese Automaten, die neu sind, könnte man näher am Rand des Bürgersteigs aufstellen", fügt er hinzu.

Rosa Petro, die in der Gegend wohnt, ist begeistert von der Erweiterung der Parkzone: "Das kommt mir gelegen, weil ich in dieser Straße wohne und bisher keine ORA hatte. Das Parken war ein Chaos. Wenn sie das einführen, werde ich mir die Karte besorgen und habe mehr Möglichkeiten." Sie ist der Ansicht, dass die Parkregelung, auch wenn die Automaten gelegentlich Unannehmlichkeiten verursachen mögen, den Anwohnern angesichts der hohen Fahrzeugdichte zugutekommen kann.

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