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Skandal auf Mallorca: Schönheitsklinik soll heimlich und illegal Patienten operiert haben

Lidstraffungen und Fettabsaugungen ohne zugelassenen OP-Saal, fehlende Qualifikation und riskante Wiederverwendung von Materialien stehen im Raum

Die Ermittler verfügen über Videos und Fotos einer Zeugin, die die in den Einrichtungen des Zentrums begangenen Unregelmäßigkeiten bestätigen könnten. (Symbolbild). | Foto: Freepik/UH

| | Palma, Mallorca |

Gegen eine Schönheitsklinik in Palma de Mallorca ist Anzeige erstattet worden. Der Vorwurf lautet, dass dort mutmaßlich Operationen ohne einen zugelassenen Operationssaal durchgeführt wurden. Nach Angaben der Nationalpolizei wurden bereits erste Informationen gesammelt, die durch Videos und Fotos einer Zeugin gestützt werden. Diese Aufnahmen sollen Unregelmäßigkeiten in den Räumlichkeiten der Klinik dokumentieren. Derzeit sichern die Ermittler weitere Unterlagen zu den dort angewandten Praktiken. Darüber berichtete die spanischsprachige MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora", der Informationen aus vertraulichen Quellen zugespielt wurden.

Eingriffe: Fettabsaugung, Lidkorrektur und Brust-Fetttransfer

In den Räumen der renommierten Klinik, die sich in einer der bekanntesten und angesagtesten Straßen Palmas befindet, sollen auch größere chirurgische Eingriffe unter Narkose vorgenommen worden sein. Nach geltenden Vorschriften dürfen solche Operationen ausschließlich in entsprechend ausgestatteten und behördlich zugelassenen Operationssälen von Krankenhäusern durchgeführt werden. Zu den mutmaßlich durchgeführten Eingriffen zählen unter anderem Fettabsaugungen, Augenlidoperationen sowie Fetttransfers an der Brust. Zudem wird in der Anzeige darauf hingewiesen, dass der verantwortliche Arzt kein Facharzt für plastische Chirurgie sei.

Die Zeugin berichtet außerdem, dass in der Klinik körpereigene Hyaluronsäure im Gesichtsbereich eingesetzt worden sei. Übrig gebliebene Ampullen seien aus Kostengründen bei verschiedenen Patienten wiederverwendet worden, ohne die Risiken einer möglichen Kreuzkontamination oder anderer Komplikationen zu berücksichtigen.

Darüber hinaus werden in der Anzeige weitere unzulässige Praktiken aufgeführt, die sowohl dem Eigentümer der Klinik als auch dem Direktor zur Last gelegt werden. Letzterer verfüge den Vorwürfen zufolge über keinerlei medizinische Qualifikation. Die Zeugin hat den Ermittlern zudem Bild- und Videomaterial übergeben, das zeigen soll, wie bei einer jungen Patientin in den Räumlichkeiten der Klinik eine Fettabsaugung durchgeführt wird. Übrigens: Auf Mallorca ist erst kürzlich Anklage gegen einen falschen Zahnarzt erhoben worden.

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