Ein pensionierter Staatsbeamter auf Mallorca sieht sich nach eigenen Angaben durch sogenannte Mietnomaden um seine Existenz gebracht. Innerhalb von weniger als zwei Jahren sei seine Wohnung gleich zweimal unrechtmäßig genutzt worden. Der finanzielle und emotionale Schaden habe ihn schließlich dazu gezwungen, selbst in ein Pflegeheim zu ziehen. "Ich fühle mich schutzlos und im Stich gelassen", sagt der Betroffene, der mehrfach fruchtlos Anzeige erstattet hat, der MM-Schwesterzeitung Ultima Hora.
Anfang 2024 hatte der Rentner eine Wohnung in Meeresnähe gekauft, um seine Ersparnisse sinnvoll anzulegen. Zunächst nutzte er sie selbst, entschied sich dann jedoch für eine Vermietung, um Einnahmen zu erzielen. Über das Internet fand sich ein junger Mann als Mieter, der angab, in einer schwierigen Lage zu sein. Der Eigentümer vermietete die Wohnung für 900 Euro monatlich mit einem befristeten Vertrag.
Doch schon kurz nach dem Einzug im Sommer 2024 begannen die Probleme: Der Mieter zahlte keine Miete und verschwand schließlich. Als der Eigentümer die Wohnung aufsuchte, fand er sie offen vor – Möbel und persönliche Gegenstände fehlten. "Er hat alles verkauft", berichtet der Rentner. Die Polizei habe jedoch keine unmittelbaren Maßnahmen ergriffen.
Zweite Besetzung durch Untermiete
Während ein Verfahren noch lief, verschärfte sich die Lage weiter. Im Frühjahr 2025 entdeckte der Eigentümer eine Anzeige, in der seine eigene Wohnung erneut zur Miete angeboten wurde – offenbar vom ursprünglichen Mieter. Kurz darauf zog ein Paar ein. Auch in diesem Fall sah sich die Polizei außerstande, sofort einzugreifen, obwohl der Einzug erst kurz zurücklag.
Der Rentner erstattete erneut Anzeige und wandte sich an ein Gericht. Doch auch diesmal blieb eine schnelle Lösung aus. "Wozu nützt es überhaupt, Anzeige zu erstatten?", fragt er frustriert. Die neuen Bewohner zahlten ebenfalls bald keine Miete mehr.
Teure Einigung statt klarer Lösung
Mit Hilfe eines Anwalts kam es schließlich zu Verhandlungen mit den zweiten Bewohnern. Eine vorübergehende Einigung scheiterte jedoch, als die Zahlungen erneut ausblieben. Erst durch die Androhung strafrechtlicher Schritte wurde eine Vereinbarung erzielt: Gegen eine Entschädigung von 10.000 Euro an die Bewohner sollen diese die Wohnung verlassen.
Für den Rentner bleibt dennoch ein erheblicher Schaden. Nach eigenen Angaben entgingen ihm rund 18 Monate Mieteinnahmen, hinzu kommen Anwaltskosten und die vereinbarte Zahlung an die Bewohner. Gleichzeitig müsse er Mieteinnahmen versteuern, die er nie erhalten habe. "Das ist unbegreiflich", sagt er.
Heute lebt der Mann weiterhin im Pflegeheim, da er keinen Zugang zu seiner Wohnung hat. Sein Fall steht exemplarisch für ein wachsendes Problem auf Mallorca, das zunehmend auch private Kleinvermieter betrifft.