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Kutscher stürzt auf Luxusmeile von Palma kopfüber auf die Straße

Involviert in den Vorfall war ein Bus auch mit deutschen Touristen

Ein Rettungswagen am Unfallort. | Foto: Soziale Netzwerke

| Mallorca |

Ein Unfall mit einer Pferdekutsche im Herzen von Palma de Mallorca hat am Montag die Diskussion um die Zukunft der traditionellen Gefährte neu entfacht. Auf dem zentralen Passeig del Born verlor ein Kutscher am Vormittag die Kontrolle über sein Gespann, nachdem es zu einem Zwischenfall mit einem Bus des städtischen Verkehrs gekommen war.

Nach Angaben der Behörden ereignete sich der Vorfall gegen 10.45 Uhr auf einem engen Straßenabschnitt. Ein Bus des städtischen Transportunternehmens EMT auch mit deutschen Touristen hielt dort, um Fahrgäste ein- und aussteigen zu lassen. In der Folge kam es zu einer unübersichtlichen Situation, in der der rund 60 Jahre alte Kutscher die Kontrolle verlor und stürzte. Dabei zog er sich eine Kopfverletzung sowie Schmerzen im Bein zu, während das Pferd unverletzt blieb.

Einsatzkräfte der Lokalpolizei sicherten den Bereich und regelten den Verkehr. Auch der Rettungsdienst war vor Ort und versorgte den Verletzten, der anschließend in ein Krankenhaus gebracht wurde. Die Spezialabteilung für Verkehrsunfälle nahm die Ermittlungen zur genauen Ursache auf.

Politik drängt auf Elektro-Kutschen

Der Unfall fällt in eine Phase, in der die Stadtverwaltung ohnehin an einem grundlegenden Umbau des Kutschenwesens arbeitet. Ziel ist es, die traditionellen Pferdekutschen schrittweise durch elektrisch betriebene Fahrzeuge zu ersetzen. Wie Palmas Mobilitätsdezernent Toni Deudero mitteilte, wird das Vorhaben inzwischen von einem Großteil der Kutscher unterstützt.

Bei einem Treffen mit Vertretern der Branche wurden zuletzt technische Anforderungen und mögliche Modelle für die neuen Elektro-Kutschen diskutiert. Nach Angaben der Stadtverwaltung befürworten rund 90 Prozent der Lizenzinhaber den geplanten Wandel. Insgesamt sind derzeit 28 Lizenzen für den Betrieb von Kutschen in Palma gültig.

Die Stadt prüft nun sowohl rechtliche als auch technische Voraussetzungen für die Umsetzung. Geplant sind Anpassungen der bestehenden Vorschriften sowie eine schrittweise Einführung des neuen Systems. Beide Seiten wollen sich künftig regelmäßig austauschen, um offene Fragen zu klären und den Übergang zu beschleunigen.

Kritik von Tierschützern hält an

Unabhängig von den Reformplänen reißt die Kritik von Tierschutzorganisationen nicht ab. Die werfen einzelnen Kutschern weiterhin Verstöße vor. Dazu zählen unter anderem das Überschreiten der erlaubten Passagierzahl, falsches Parken oder eine aus Sicht der Kritiker unzureichende Haltung der Tiere.

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