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Deutsche, Marokkaner und Italiener verdrängen die Spanier aus ganzen Mallorca-Gemeinden

Die Zuwanderung treibt das Bevölkerungswachstum, während sinkende Geburtenzahlen und Abwanderung einheimischer Einwohner in vielen Ortschaften erstmals seit Jahren zu einem Rückgang der spanisch geborenen Bevölkerung führen

Überfüllte Innenstadt von Ciutadella mit zahlreichen Menschen. | Foto: Josep Bagur Gomila

| | Mallorca |

Auf Mallorca und den umliegenden Inseln setzt sich ein klarer demografischer Wandel fort. Während die Gesamtbevölkerung der Balearen weiter wächst, verändert sich ihre Zusammensetzung spürbar zugunsten internationaler Zuwanderung.

Laut den neuesten Daten des spanischen Statistikamts INE betrifft dieser Trend zahlreiche Gemeinden der Inselgruppe. Insgesamt haben 21 Orte im vergangenen Jahr Einwohner verloren. Erstmals seit Jahrzehnten wurde dabei in mehreren Dörfern ein Rückgang der in Spanien geborenen Bevölkerung registriert, während die Zahl der im Ausland geborenen Einwohner weiter zunimmt und die einheimische Bevölkerung leicht zurückgeht. Besonders Zuwanderung aus Kolumbien, Marokko, Italien und Deutschland prägt diese Entwicklung.

Die Bevölkerung der Balearen wächst vor allem durch Zuwanderung

Auf Mallorca sind unter anderem Gemeinden wie Alcúdia, Banyalbufar, Binissalem, Calvià, Campanet, Capdepera sowie Palma betroffen. Auch auf Menorca und Ibiza zeigen sich in einzelnen Orten ähnliche Entwicklungen. Besonders deutlich wird der Wandel in Palma: Dort sank die Zahl der in Spanien geborenen Einwohner um 1508 Personen, während gleichzeitig über 6000 im Ausland geborene Bewohner hinzukamen. In Calvià verlor die Gemeinde 108 spanische Staatsbürger, verzeichnete jedoch einen Zuwachs von 364 ausländischen Einwohnern. Die Journalisten der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung Ultima Hora veranschaulichen diese demografische Entwicklung auf den Inseln in einer Grafik.

Insgesamt wuchs die Bevölkerung der Balearen weiter, allerdings fast ausschließlich durch Zuwanderung. Ende 2025 lebten dort 891.424 in Spanien geborene Personen – nur leicht mehr als im Vorjahr –, während die Zahl der im Ausland Geborenen auf 358.410 anstieg, ein Plus von 17.801 Personen.

Der Anteil der ausländischen Bevölkerung liegt inzwischen bei knapp 29 Prozent und erreicht in einigen Gemeinden deutlich höhere Werte, etwa fast 40 Prozent in Calvià oder über 37 Prozent in Alcúdia. Gleichzeitig verschärft sich der demografische Druck durch sinkende Geburtenzahlen. Im vergangenen Jahr wurden auf den Balearen 8835 Geburten registriert – 2,6 Prozent weniger als im Vorjahr – sowie 9043 Todesfälle. Ohne Zuwanderung hätte die Region somit einen Bevölkerungsrückgang verzeichnet.

Experten führen diese Entwicklung vor allem auf die niedrige Geburtenrate, eine alternde Bevölkerung sowie hohe Lebenshaltungskosten und angespannte Wohnungsmärkte zurück. Während die Balearen insgesamt weiter wachsen, verschiebt sich die Bevölkerungsstruktur zunehmend in Richtung internationaler Zuwanderung.

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