In Palma de Mallorca spiegelt sich politische Transparenz mittlerweile beim Recyceln wider: Mit einem weitgehend durchsichtigen Altglascontainer wollen die Stadtverwaltung, das kommunale Entsorgungsunternehmen Emaya und das Wiederverwertungsunternehmen Ecovidrio mögliche Zweifel am Glasrecycling entkräften. Der ungewöhnliche Container wurde auf der Plaça del Mercat de Pere Garau vorgestellt und soll dort bis zum 22. Mai verweilen.
Anlass der Aktion ist der Internationale Tag des Recyclings. Die Seitenverkleidung des Containers wurde durch eine Plexiglaswand ersetzt, sodass Passanten direkt ins Innere sehen können. Damit solle "sichtbar gemacht" werden, dass in den Sammelbehältern tatsächlich ausschließlich Glas lande und die Abfälle später "nicht wieder vermischt" würden, teilten die Organisatoren der Aktion mit.
Nach Angaben von Ecovidrio halten sich in Palma trotz hoher Recyclingquoten weiterhin zahlreiche Mythen über Mülltrennung und Wiederverwertung. Laut einer Studie des Marktforschungsinstituts GfK glauben 26,7 Prozent der Befragten fälschlicherweise, sämtliche Abfälle würden in den Müllfahrzeugen wieder zusammengeschüttet. Weitere 4,7 Prozent meinen demnach, Recycling verursache "mehr Umweltbelastung" als die Herstellung neuer Glasbehälter. Auch die Annahme, recycelte Produkte seien "qualitativ schlechter", ist der Umfrage zufolge noch verbreitet.
Ecovidrio-Manager Iván Tolsá sagte bei der Präsentation, noch immer glaube "jeder vierte Bürger Palmas" irrtümlich, die Abfälle würden nicht korrekt recycelt. Dabei benötige recyceltes Glas deutlich geringere Schmelztemperaturen als neue Rohstoffe. Dadurch sinke sowohl der Energieverbrauch als auch der Ausstoß klimaschädlicher Emissionen.
Nach Angaben der Initiatoren gelten 3,8 Prozent der Einwohner Palmas als sogenannte "Recycling-Leugner" – Menschen also, die entweder gar nicht recyceln oder den Nutzen der Mülltrennung grundsätzlich infrage stellen. Damit liegt Mallorcas Metropole allerdings unter dem spanischen Durchschnitt von sechs Prozent. Und: Etwa jeder vierte Befragte ordne mehrere Alltagsabfälle den falschen Tonnen zu.
Zugleich verweist die Stadt auf ihre vergleichsweise hohen Sammelquoten. 2025 seien in Palma mehr als 10.500 Tonnen Glasverpackungen getrennt gesammelt. Pro Einwohner entspricht dies rund 24 Kilogramm beziehungsweise etwa 83 Glasbehältern im Jahr. Laut Emaya wurden dadurch mehr als 6.000 Tonnen CO₂ eingespart sowie erhebliche Mengen Energie und Rohstoffe.