In Spanien wird noch in diesem Jahr eine Pfandpflicht wie in Deutschland eingeführt. Ab November 2026 soll das neue Rückgabesystem für Flaschen und Dosen auch auf Mallorca gelten. Laut den Vorgaben des „Gesetzes 7/2022 vom 8. April über Abfälle und kontaminierte Böden für eine Kreislaufwirtschaft“ sowie des „Königlichen Dekrets 1055/2022 vom 27. Dezember über Verpackungen und Verpackungsabfälle“ – und unter Berücksichtigung der Hinweise der Europäischen Kommission – steht Spanien im Bereich der Abfallwirtschaft vor grundlegenden Veränderungen.
Wer Getränke in bestimmten Verpackungen kauft, zahlt künftig ein Pfand, das er bei Rückgabe zurückerhält. Hintergrund ist, dass die gesetzlich festgelegten Recyclingziele für Kunststoffverpackungen nicht erreicht wurden. Ein Bericht des spanischen Umweltministeriums kommt zu dem klaren Schluss, dass deshalb ein landesweites Pfand- und Rückgabesystem eingeführt werden muss.
Pfand auf diese Flaschen und Dosen
Konkret geht es um Einweg-Plastikflaschen, Getränkedosen und bestimmte Getränkekartons. Das geplante System – in Spanien als „Sistema de Depósito, Devolución y Retorno“ (SDDR) bekannt – funktioniert ähnlich wie in anderen europäischen Ländern, wie etwa in Deutschland: Beim Kauf eines Getränks wird ein kleiner Betrag zusätzlich berechnet, der bei der Rückgabe der leeren Verpackung erstattet wird.
Die Regelung betrifft eine breite Palette an Getränken: Wasser, Säfte, Softdrinks, isotonische und Energydrinks sowie alkoholische Getränke. Neben Plastikflaschen werden auch Dosen und Getränkekartons einbezogen, um ein einheitliches und leicht verständliches System für Verbraucher zu schaffen.
Pfandbetrag noch nicht klar
Die genaue Höhe des Pfands steht noch nicht fest, allerdings gibt es eine gesetzliche Untergrenze: Mindestens 10 Cent pro Verpackung müssen erhoben werden. Der Betrag kann also auch darüber liegen. Das Prinzip ist einfach: Der Pfandbetrag wird entlang der gesamten Vertriebskette weitergegeben – vom Hersteller über den Handel bis zum Kunden. Gibt der Verbraucher die leere Verpackung zurück, erhält er den Betrag vollständig zurück.
Supermärkte, Geschäfte und andere Verkaufsstellen in Spanien und auch auf Mallorca sowie den anderen Baleareninseln werden verpflichtet sein, sich am Rückgabesystem zu beteiligen. Für kleine Läden könnten Sonderregelungen gelten. Verbraucher wiederum müssen die Verpackungen sauber und unbeschädigt zurückgeben. Zudem werden die betroffenen Produkte klar gekennzeichnet, damit sofort erkennbar ist, dass ein Pfand erhoben wird.
Ziel des neuen Pfandsystems in Spanien ist es, die Umweltbelastung durch Plastikmüll zu reduzieren, die Recyclingquoten zu steigern und mehr Materialien in den Kreislauf zurückzuführen. Das Prinzip dahinter: Wer Verpackungen in Umlauf bringt, trägt auch Verantwortung für deren Entsorgung. Bereits jetzt hat Spanien zusätzliche Maßnahmen umgesetzt: Einwegplastik ist teilweise kostenpflichtig, Getränkeflaschen müssen seit 2024 fest verbundene Verschlüsse haben, und seit 2025 müssen PET-Flaschen im Schnitt mindestens 25 % Recyclingmaterial enthalten – ab 2030 sollen es sogar 30 % sein.