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Streik am Flughafen Palma! Seniorenbetreuer legen Arbeit nieder

Beschäftigte im Betreuungsdienst für meist ältere mobilitätseingeschränkte Fluggäste legten am Montag teilweise die Arbeit nieder und kritisieren anhaltende Probleme bei Personalplanung und Arbeitsbedingungen am Airport

Archivbild einer der Terminals des Flughafens Son Sant Joan. | Foto: T. Ayuga

| | Mallorca |

Auf Mallorca hat am Montag ein Teilstreik im Betreuungsdienst für Passagiere mit eingeschränkter Mobilität am Flughafen Palma begonnen. Die Beschäftigten protestieren gegen ihre Arbeitsbedingungen sowie gegen anhaltende, aus ihrer Sicht seit Monaten bestehende Verstöße des Dienstleisters Adelte gegen vertraglich vereinbarte Regelungen, wie die spanische Gazette Ultima Hora schrieb. Nach Angaben der Belegschaft handelt es sich um einen teilweise und unbefristet angelegten Arbeitskampf. Ziel ist es, auf die kritisierte Personalsituation und die Arbeitsorganisation im Bereich des Assistenzdienstes aufmerksam zu machen.

Die Arbeitsniederlegungen sollen laut Mitteilung des Betriebsrats täglich in wechselnden Zeitfenstern stattfinden und werden auf unbestimmte Zeit fortgesetzt. Vorgesehen sind unter anderem Streiks von 12.00 bis 15.00 Uhr und von 18.00 bis 21.00 Uhr, an einzelnen Tagen auch frühmorgendliche Zeiträume, etwa dienstags und donnerstags von 05.00 bis 07.00 Uhr sowie zusätzliche Streikblöcke am Wochenende, einschließlich eines ganztägigen Ausstands am Samstag.

Beschäftigte kritisieren "ständige Improvisation" und "viel Druck"

Die Beschäftigten kritisieren eine Arbeitsorganisation, die nach ihren Angaben von "ständiger Improvisation" und "täglichem Druck" geprägt sei. Besonders beanstandet wird der regelmäßige Einsatz von Teilzeitkräften zu kurzfristig angekündigten Überstunden, teils nur wenige Stunden im Voraus oder noch am selben Tag. Dadurch würden vertraglich vereinbarte Arbeitszeitmodelle in vielen Fällen deutlich überschritten. Nach Angaben des Betriebsrats seien im vergangenen Jahr mehr als 9000 Überstunden kurzfristig angeordnet und geleistet worden. Allein im April dieses Jahres seien es über 1800 Stunden gewesen.

Darüber hinaus werfen die Beschäftigten dem Unternehmen Defizite bei Verhandlungen über ein Protokoll zur digitalen Abschaltung sowie Mängel im Bereich Arbeitssicherheit und Prävention vor. Auch fehlende Studien zu Arbeitsbelastung und Arbeitsstress sowie Schwierigkeiten bei der Organisation von Pausen, Urlaub und der Vereinbarkeit von Beruf und Familie werden kritisiert.

Der Betriebsrat und das Unternehmen trafen sich zuletzt am vergangenen Donnerstag vor dem Schieds- und Schlichtungsgericht der Balearen (TAMIB), konnten jedoch keine Einigung erzielen. Die Arbeitnehmervertretung wirft Adelte vor, zentrale arbeitsrechtliche und organisatorische Probleme weiterhin nicht anzugehen und spricht von einer fortschreitenden Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Zudem wurde öffentlich kritisiert, Unternehmensvertreter hätten unterstützende Beschäftigte als „unterhaltsame Show“ bezeichnet.

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