Die auch Mallorca anfliegende Billig-Airline Ryanair hat auf der Kanaren-Insel Lanzarote einfach 89 Fluggäste zurückgelassen, weil die Passkontrolle für britische Reisende viel zu lange gedauert hatte. Das berichtete das Boulevardblatt "Sun" unter Berufung auf das Fachportal "Flightdrama".
Das Bodenpersonal musste das Gepäck der zurückgebliebenen Passagiere wieder aus dem Flieger holen. Das Flugzeug startete Berichten zufolge mit nur der Hälfte der besetzten Sitzplätze. Die Maschine landete schließlich mit 52 Minuten Verspätung in Bristol. Ryanair äußerte sich gegenüber MM wie folgt zu dem Vorfall: "Aufgrund von Verzögerungen bei der Passkontrolle am Flughafen Lanzarote (25. Februar) haben einige Passagiere diesen Flug von Lanzarote nach Bristol verpasst. Hätten sich diese Passagiere vor Schließung des Boarding-Schalters dort eingefunden, hätten sie diesen Flug zusammen mit den 90 Passagieren, die sich rechtzeitig am Schalter eingefunden hatten, antreten können."
Laut "The Sun" gab es bereits früher ähnliche Fälle auf dem Flughafen von Lanzarote: Schon im vergangenen Jahr habe die gleichzeitige Ankunft von 17 Nicht-EU-Flügen zu chaotischen Zuständen geführt, da die Pässe aller Reisenden gestempelt werden mussten.
Mehr Chaos mit Inkrafttreten des EES-Systems befürchtet
Und es könnte noch schlimmer werden: Es wird allgemein damit gerechnet, dass das neue europäische Ein- und Ausreiseregister (EES), das ab dem 10. April vollständig eingeführt werden soll, zu "ernsten Zusammenbrüchen" an den Grenzen führen könnte.
Das Entry/Exit System (EES) ist ein automatisiertes IT-System der EU zur Registrierung von Reisenden aus Nicht-EU-Staaten, das schrittweise eingeführt wurde. Es ersetzt die manuelle Passstempelung durch die digitale Erfassung biometrischer Daten (Gesichtsbild, Fingerabdrücke) bei der Ein- und Ausreise im Schengen-Raum.