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Mallorca-Flüge in großer Gefahr! Chaos um Fluggesellschaft Fischer Air nimmt kein Ende

Eigentlich sollte es schon in diesem Frühjahr nach PMI gehen – jetzt soll es erst später so weit sein. Deutsche Behörden suchen indes weiter nach dem Geschäftsführer

Das Hin und Her bei Fischer Air nimmt kein Ende – ob Palma de Mallorca überhaupt angeflogen wird, ist fragwürdig | Foto: Wikimedia Commons/Dmitriy Pichugin

| Mallorca | |

Das Chaos um die neue Airline Fischer-Air nimmt kein Ende. Wie am Mittwoch bekannt wurde, ist der Start der geplanten Mallorca-Verbindungen vom deutschen Airport Kassel-Calden erneut verschoben worden. Eigentlich sollten die Flieger in Richtung PMI schon im Mai abheben, nun soll es frühestens im Oktober dieses Jahres so weit sein. Der Geschäftsführer klagt über "zwei gestohlene Boeings" und "Falschinformationen" über ihn und sein Unternehmen – während deutsche Behörden auch weiter nach dem Mann suchen. Das gab der Chef der Fluggesellschaft in einer Pressemitteilung bekannt.

Die Gründe für die erneute Verschiebung der Mallorca-Flüge und der Verbindungen auf die Kanarischen Inseln scheinen vielfältig zu sein. Laut dem Unternehmer, dem 71-jährigen Vaclav Fischer, seien im Rahmen eines Betrugs "zwei Boeing 737-800 im Wert von 80 Millionen US-Dollar gestohlen" worden. Außerdem: "Die Vorbereitungsarbeiten wurden systematisch von einer organisierten Gruppe [...] behindert" – dazu gehörten Ex-Politiker, Unternehmer, Anwälte und Journalisten. Dennoch gibt man sich optimistisch: "Meine Teams arbeiten in Bratislava an den notwendigen Vorbereitungen für die Aufnahme des Flugbetriebs."

Deutsche Behörden suchen Fischer-Air-Chef

Indes laufen noch immer Ermittlungen seitens deutscher Behörden gegen den Geschäftsführer der neuen Mallorca-Airline. Die Staatsanwaltschaft Hamburg sucht aktuell nach dem 71-Jährigen. Der Chef von Fischer Air ist zur Aufenthaltsermittlung ausgeschrieben, wie eine Sprecherin auf MM-Anfrage bestätigt. Zwei Verfahren seien anhängig, weil die Agentur für Arbeit Anzeige erstattet hatte. Der Beschuldigte soll "als Inhaber bzw. Geschäftsführer eines Unternehmens Kurzarbeitergeld und Beiträge zur Sozialversicherung durch Täuschung über Tatsachen beantragt und zumindest zum Teil erlangt haben", erklärt die Behörde.

Mittlerweile gibt es aber ein Lebenszeichen von Vaclav Fischer: "Der Beschuldigte hat Anfang dieser Woche eine postalische Erreichbarkeit mitgeteilt. Die Anschrift wird überprüft und sodann über den Fortgang der Verfahren entschieden werden", erklärt die Staatsanwaltschaft Hamburg.

Mallorca-Flüge auf der Kippe

Mittlerweile sei nicht einmal mehr klar, ob die geplanten Mallorca-Verbindungen überhaupt aufrechterhalten werdendas zumindest berichtet die Hessische/Niedersächsische Allgemeine am Mittwoch. In einer mit dem Flughafen Kassel-Calden unabgesprochenen Pressemitteilung erklärte der Unternehmer Fischer demnach: "Fischer Air wird den Flugbetrieb im Oktober 2026 aufnehmen. Der Flugplan zu den Kanarischen Inseln wird auch Flüge ab dem Flughafen Kassel umfassen." Von den Flugzielen Kreta und Mallorca sei demnach "keine Rede mehr". Diese Information deckt sich auch mit den Details der Pressemitteilung des Unternehmens.

Am Airport Kassel-Calden zeigt man sich nicht amüsiert über das Hin und Her bei Fischer Air, das nunmehr seit Wochen anhält. Lars Ernst, der Geschäftsführer des Flughafens, sagte gegenüber der HNA, er habe "persönlich kein Verständnis" für die Vorgehensweise der Fluggesellschaft. Doch ganz aufgeben scheine man die Zusammenarbeit nicht: "Wenn Herr Fischer ab dem Flughafen Kassel fliegen möchte, dann stehen wir ihm als öffentlich-rechtlicher Flughafen zur Verfügung."

Für den kleinen hessischen Flughafen wären die neuen Verbindungen zu Urlaubsdestinationen in Spanien und Griechenland eine Bereicherung. Denn er gilt als totester Airport Deutschlands, der aktuell wieder in der Kritik steht. Seine Wirtschaftlichkeit wird auch seitens der Landespolitik immer wieder angezweifelt. Und neue Airline Fischer Air wurde 2024 in Bratislava gegründet und versteht sich als Nachfolgerin der früheren Fischer Air, die zwischen 1996 und 2004 aktiv war.

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