Im Jahr 1999 entstand in Palma das Fußballstadion Son Moix. Es ist die Heimat des RCD Mallorca und bietet rund 25.000 Sitzplätze. So viele Menschen strömen mehr als 20 Mal pro Saison an den Camí dels Reis im Nordwesten der Stadt, um ihre Mannschaft anzufeuern. Sie stehen oder sitzen dann auf den vier Tribünen, die nach einer Renovierung 2024 in neuem Glanz erstrahlen. Bei einer exklusiven Führung durch das Stadion durfte MM einen Blick hinter die Kulissen werfen.
"Normalerweise kommen die Spieler am Spieltag hier entlang in die Kabine", erklärt Louis Reimerdes von der Marketingabteilung des Vereins und zeigt auf einen Tunnel vom Außenbereich in die Katakomben. In der Kabine selbst, wo jeder der 25 Spieler eine Nische hat, fänden neben dem Umziehen auch die gesamten Besprechungen vor dem Spiel statt, so Reimerdes. Darüber hinaus gibt es einen Physiotherapie-Bereich mit Massagebänken. Kurioserweise befindet sich neben den Duschen an der Wand ein kleiner Altar mit Heiligenfiguren. "Diese häufen sich mit der Zeit an. Hier sind einige Bilder zu sehen, die ehemalige gläubige Spieler vor vielen Jahren mitgebracht haben", so Reimerdes.
Zwischen Kabine und Spielfeldrand befinden sich zwei besondere der insgesamt fast zehn VIP-Bereiche im Stadion: komplett verglaste Lounges, "durch die man vor allem viel näher an den Spielern dran ist", wie Reimerdes sagt. "Vor den Spielen sehen die Gäste sie in die Kabine kommen und nach Abpfiff werden dann die Türen zum Tunnel geöffnet und ein Absperrband positioniert, hinter dem sich die Spieler den Gästen annähern." Darüber hinaus verfügt eine der beiden Lounges über einen Außenbereich am Spielfeldrand mit einer kleinen montierbaren Tribüne. Aktuell sucht der Verein noch einen Sponsoren für die andere Räumlichkeit.
Weiter geht’s in den Presseraum. "Hier finden Pressekonferenzen nach den Spielen statt, erster Verwendungszweck sind aber jene am Vortag der Spiele", erklärt Reimerdes. Ein paar Stockwerke darüber befindet sich der Trophäensaal von Real Mallorca. "Dieser hat den doppelten Zweck, dass er auch als Speisesaal für die Präsidenten-Lounge dient", so Reimerdes. In den Vitrinen stehen zum Beispiel die wichtigste Trophäe des RCD, die Copa del Rey, die der Verein 2003 gewann, sowie der Trofeu Ciutat de Palma in diesem Jahr nach einem Sieg gegen den Hamburger SV. Neben dem Trophäenschrank werden vor einer Themenwand neuverpflichtete Spieler fotografiert.
Auf dem Weg zu einer weiteren VIP-Lounge liegt der Spieler-Parkplatz. "Die Fahrt zum Stadion vor dem Spiel absolviert die Mannschaft gemeinsam im entsprechenden Bus", erklärt Reimerdes. "Nach Spielende fährt jeder Spieler mit seinem eigenen Auto nach Hause. Wie man sich vorstellen, ist der Parkplatz dann voll mit schönen und teuren Fahrzeugen." Treppaufwärts gelangt man in den IKONO Premium Club. Bei diesem handelt es sich um einen fensterlosen, ins Stadioninnere offenen Bereich, der vom gleichnamigen deutschen Hersteller für Outdoor-Möbel gesponsort wird.
Ein weiteres Stockwerk höher befindet sich die Tramuntana-Lounge. Hier besteht die Möglichkeit, private Logen anzumieten. Deren größte mit 27 Plätzen ist gleichzeitig auch jene im gesamten Stadion, in die die meisten Gäste passen. Gemietet hat sie der deutsch-argentinische Immobilienfinanzierer Gonzalo Esposito aus München. "Unsere Loge ist Treffpunkt der wichtigsten deutschen Unternehmer und Celebrity-Szene", so der Fußball-Fan. So waren beispielsweise bereits der Schlagersänger Roberto Blanco, der Ex-Box-Profi Arthur Abraham sowie Ex-Fußballnationalspieler Marcell Jansen zu Gast. "Die Tramuntana-Lounge wird über die Spieltage hinaus auch für andere Veranstaltungen genutzt, wie zum Beispiel jüngst unsere Weihnachtsfeier", bemerkt Reimerdes.
Zum Abschluss der Stadiontour führte Reimerdes in die sogenannte "Sport Clinic". Dabei handelt es sich auf rund 600 Quadratmetern um ein öffentliches Trainings-, Physiotherapie- und Rehabilitationszentrum. Kunden werden von dem gleichen Personal betreut wie die Profimannschaft des Vereins. "Die Klinik stellt Trainer zur Verfügung und ist mit den modernsten Geräten ausgestattet", so Reimerdes. "Sie bietet passgenau das, was man braucht." Die Sport Clinic existiert seit April dieses Jahres und Reimerdes hat klare Vorstellungen für ihre Zukunft: "Wir arbeiten gerade daran, sie bekannter zu machen!"