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"Nicht zu viel versprechen"

Die mallorquinische Gruppe Viva & Vanity Hotels ist im Aufwind

Die Viva & Vanity Hotels setzen unter anderem auf Wellness.

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Umsatzmäßig gehört sie nach eigenen Angaben zu den 20 größten Hotelketten Spaniens, auf Mallorca hat sich die 1999 gegründete Gruppe Hotels Viva und Vanity Hotels aber erst in den vergangenen Jahren einen Namen gemacht: Als Sporthotel, das regelmäßig das britische Spitzenteam Sky beherbergt, das deutsche Powerhose-Triathlon-Team oder den mallorquinischen Spitzentriathleten Mario Mola unterstützt. Kürzlich war Viva als Hotelpartner des Ironman Mallorca in Port d'Alcúdia präsent. Unter der Marke ETI hat Viva auch in der Karibik und in Mexiko expandiert.

Aus der Karibik führte die Gruppe 2008 ein Konzept auf Mallorca ein, das für Aufsehen und einige Kritik sorgte. Zwei Hotels laufen unter dem Label "Vanity" und gelten als Erwachsenenhotels oder auch als "Adults only". Kritiker sprachen damals von Kinderfeindlichkeit. Heike Genschow, bei Viva-Hotels für Markenentwicklung und Marketing zuständig, erklärt das Konzept folgendermaßen: "Die Zielgruppe dieser Hotels umfasst von Hochzeitsreisenden, Paaren, Best Agern bis hin zu Golfspielern eine anspruchsvolle Kundschaft, die Wert auf Qualität und Komfort legt. Die Altersgrenze ist mit 18+ definiert, wobei das Geburtsdatum ausschlaggebend ist, um eventuelle Umgehungen und Gästeenttäuschung zu vermeiden", sagt sie. Alle Vanity Hotels lägen in der Nähe von den familienfreundlichen Hotels Viva mit ihren bei Kindern legendären Piratenschiffen. "Die Familienhotels machen 80 Prozent unseres Gesamtvolumens aus." Dabei hätten Gästebefragungen ergeben, dass auch Eltern gerne mal eine Mini-Auszeit einlegen - sprich: sich auch gerne mal unter Erwachsene begeben.

Auf Mallorca und Menorca hat das mittelständische Familienunternehmen 18 Hotels. Auf der größten Baleareninsel setzte das Unternehmen seine Schwerpunkte bislang im Norden, machte im vergangenen Jahr aber mit einem ambitionierten Projekt in Magaluf von sich reden: der Marina de Calvià, am Rand von Magaluf. "Dabei geht es nicht nur um ein Hotel, sondern um die Entwicklung eines ganzen Gebiets von rund 632.000 Quadratmetern. Es soll in den kommenden Jahren sukzessive ausgebaut werden, Parks, Grün- und Fußgängerzonen bekommen", sagt Heike Genschow. Die Deutsche lebt seit 40 Jahren auf Mallorca und hat für renommierte Hotelketten und touristische Unternehmen gearbeitet. "Maßvolles und ressourcenschonendes Wachstum. Nicht zu viel versprechen und durch Qualität überzeugen", sieht sie als Stärken des Unternehmens.

Die Marina de Calvià wird ein Großprojekt, an dem neben Viva auch die Gemeinde sowie verschiedene Immobilienunternehmen beteiligt sind. Es sollen Mehrfamilienhäuser, ein Geschäftskomplex und drei Hotels mit Freizeitanlagen entstehen. Derzeit ist dort noch Brachland, mit den Urbanisierungsarbeiten sei aber kürzlich begonnen worden, sagt sie. Der Forschritt hänge aber auch von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung ab.

Dass Magaluf in diesem Jahr für einige Negativschlagzeilen wegen britischer Feierexzesse sorgte, sieht Heike Genschow nicht als Problem. "Die Lage des Ortes ist sehr gut, wegen der Nähe zum Flughafen und zur Traumstadt Palma", ist sie überzeugt. Wie man an der Planung erkennen könne, handele es sich nicht nur um ein rein touristisches Projekt, sondern um einen integrierten Plan zu einem zeitgemäßen und qualitativen Ausbau der Infrastruktur für Einwohner und Besucher. Für Magaluf ein Fortschritt.

(aus MM 43/2014)

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