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Sommerurlaub 2025

Dank FTI-Kontingenten: Tui auf Mallorca und den Nachbarinseln vor neuem Rekordjahr

Der Reiseveranstalter Tui steuert auf ein neues Rekordjahr auf Mallorca zu, verdankt einen Teil seines Wachstums aber dem Wegfall der Konkurrenz

Ein Flugzeug von Tuifly bei seiner Ankunft auf Mallorca. | Archiv

| | Palma, Mallorca |

Der Reiseveranstalter Tui steuert auf ein neues Rekordjahr auf Mallorca und den Nachbarinseln zu. Für 2025 prognostiziert der weltweit größte Reiseveranstalter mehr als 2,1 Millionen Gäste auf der Inselgruppe – ein neuer Höchstwert, der die knapp zwei Millionen aus dem Vorjahr noch übertreffen dürfte. Insbesondere Mallorca profitiert dabei von einer gestiegenen Nachfrage außerhalb der Hauptsaison.

Ein wesentlicher Treiber dieses Wachstums ist die Insolvenz des deutschen Konkurrenten FTI im vergangenen Sommer. "Mit uns werden im Sommer deutlich mehr Menschen nach Mallorca reisen als noch im vergangenen Jahr. Das liegt daran, dass nach der FTI-Pleite entsprechende Kontingente freigeworden sind. Allerdings steigt die Zahl der Urlauber auf Mallorca dadurch nicht zwangsläufig, die Reisenden verteilen sich wegen des Wegfalls von FTI eben auf andere Anbieter", sagte ein TUI-Sprecher am Mittwoch dem Mallorca Magazin.

Robuste Nachfrage trotz Preisanstieg

Dabei zeigt sich der Markt widerstandsfähiger als erwartet. Noch zu Jahresbeginn hatte Tui Bedenken geäußert, ob steigende Preise die Buchungszahlen belasten könnten. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein: Die Nachfrage bleibt hoch, und immer mehr Kunden entscheiden sich gezielt für höherwertige Unterkünfte. Besonders beliebt sind individuell kombinierbare Reisepakete, die Flüge, Hotels, Aktivitäten und Transfers flexibel bündeln. Auch Last-Minute-Buchungen nehmen weiter zu, wie aus einem Bericht der spanischsprachigen MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" vom Mittwoch hervorgeht.

Belastungsgrenze erreicht?

Dennoch erkennt Tui-CEO Sebastian Ebel auch die Herausforderungen für das Reiseziel. "Die Balearen könnten an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen", warnte er jüngst. Perspektivisch könnte der Konzern deshalb verstärkt auf Alternativziele setzen – darunter die Türkei, Ägypten und zunehmend auch Osteuropa. Bulgarien etwa biete eine attraktive Preisstruktur für preissensible Kunden.

Die anhaltende Kritik am Massentourismus auf den Balearen scheint die Buchungszahlen bislang aber nicht zu bremsen. Zwar haben in den vergangenen Monaten Proteste gegen die Tourismuspolitik der Inseln zugenommen, doch Ebel sieht die Ursache nicht bei den großen Veranstaltern. "Das Problem sind nicht klassische Reiseanbieter, sondern unregulierter Tourismus über Plattformen wie Airbnb", argumentiert er. Entscheidend sei eine nachhaltige Steuerung des Wachstums, die sowohl wirtschaftliche Chancen für Einheimische als auch die Interessen der Touristen in Einklang bringe.

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