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Eintritt nicht mehr kostenlos: Nächste Touristenattraktion auf Mallorca wird teurer

Nach der Erhöhung der Bus-Tickets und der Preise für die Besichtigung der Bellver-Burg wird in Palma weiter an der Preisschraube gedreht

Die Insel und vor allem die Hauptstadt Palma de Mallorca werden für Urlauber immer teurer. (Symbolbild) | Foto: Patricia Lozano

| Palma, Mallorca |

An und für sich mögen Fünf Euro kein großer Betrag sein – und doch markieren sie einen Wendepunkt. Seit Anfang Januar erhebt das Castillo de San Carlos in Palma de Mallorca erstmals Eintritt. Die ehemalige Militärfestung am Hafen von Porto Pí, bislang frei zugänglich, reiht sich damit in eine wachsende Liste von Orten und Angeboten ein, die für Mallorca-Urlauber spürbar teurer werden. San Carlos steht dabei weniger für einen Einzelfall als für einen Trend.

San Carlos: Eintritt für Waffenhof und Museum

Konkret kostet der allgemeine Eintritt in die Festung und das angeschlossene Militärmuseum nun bis zu fünf Euro. Dafür erhalten Besucher Zugang zum Innenbereich, zum Waffenhof, zur historischen Sammlung, zum Turm und zu den begehbaren Teilen der Mauern. Kostenlos bleiben weiterhin die Außenanlagen, die Gärten, temporäre Ausstellungen sowie die Cafeteria. Auch mittwochs, am Internationalen Museumstag und für Kinder unter fünf Jahren entfällt der Eintritt.

Das zuständige Konsortium begründet die Maßnahme mit der Sicherung des Erhalts des Denkmals und einer nachhaltigen Verwaltung der Anlage. Die Einnahmen sollen vollständig in Wartung, Restaurierung und bessere Zugänglichkeit fließen. In der Logik öffentlicher Haushalte ist das nachvollziehbar – zumal San Carlos bislang zu den wenigen frei zugänglichen historischen Anlagen der Stadt zählte.

Öffentlicher Verkehr: Preisaufschlag für Touristen

Bereits im vergangenen Jahr kündigte Palmas städtische Verkehrsgesellschaft EMT eine deutliche Erhöhung des Einzelfahrpreises an. Künftig sollen Fahrgäste statt zwei drei Euro zahlen – ein Plus von 50 Prozent. Die Maßnahme trifft vor allem Touristen, da Zeitkarten für Residenten weiterhin kostenlos bleiben. Möglich macht das eine Verlängerung der staatlichen Subventionen für den öffentlichen Nahverkehr auf den Balearen.

Die Besichtigung der Festungsanlage am westlichen Rand von Palmas Hafen war bisher kostenlos. Foto: Archiv

Die EMT verweist auf seit Jahren eingefrorene Tarife und um rund 43 Prozent gestiegene Betriebskosten. Zudem habe die Zahl der Anspruchsberechtigten für kostenlose Fahrten deutlich zugenommen. Die Argumentation folgt einer wirtschaftlichen Logik – wirft jedoch die Frage auf, ob der öffentliche Nahverkehr für Besucher damit an Attraktivität verliert.

Bellver: Verdopplung der Ticketpreise

Noch deutlicher fällt die Anpassung beim Castell de Bellver aus. Der Eintritt für Touristen soll künftig acht statt bisher vier Euro betragen. Für Einwohner und Residenten bleibt der Preis unverändert. Die Stadtverwaltung verweist darauf, dass der Tarif seit 2013 nicht angepasst worden sei und Bellver bislang zu den günstigsten Burgen Europas gezählt habe.

Finanziell ist der Schritt attraktiv: Die Stadt rechnet mit einer Verdopplung der Einnahmen aus regulären Eintrittskarten auf rund 1,6 Millionen Euro jährlich. Politisch setzt Palma damit ein klares Signal: Historische Attraktionen sollen einen stärkeren Beitrag zur Stadtkasse leisten – zumindest dann, wenn Besucher von außerhalb kommen.

Für sich genommen sind die einzelnen Maßnahmen moderat. Zusammengenommen verändern sie jedoch die Kostenstruktur eines Städtetrips nach Palma. Kultur, Mobilität und Sehenswürdigkeiten bleiben zugänglich, werden aber selektiv teurer. Die Linie ist klar: Entlastung für Einheimische, höhere Beteiligung für Touristen.

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