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Weniger illegale Ferienwohnungen, weniger Besucher im Sommer, mehr Einnahmen: Von dieser Insel kann sich Mallorca eine Scheibe abschneiden

Der erste Vizepräsident und Minister für Tourismusplanung des Inselrates von Ibiza, Mariano Juan Colomar, präsentierte Daten, mit denen sein Tourismusmodell als Vorbild dient

Archivbild des Panoramas von Vila auf Ibiza | Foto: R. I.

| Ibiza |

Das Modell zur Kontrolle das Tourismus auf Ibiza, Nachbarinsel von Mallorca, hat dafür gesorgt, dass die Zahl der illegalen Ferienwohnungen in der Hauptstadt der Insel seit ihrem Höchststand um 80 Prozent reduziert werden konnte. Des Weiteren sank die Anzahl der Menschen, die sich täglich in der Hochsaison des vergangenen Jahres auf der Insel aufhielten, um fast sechs Prozent, während die touristischen Unterkünfte um acht Prozent mehr ausgelastet waren und die Touristen so viel Geld ausgaben wie nie zuvor. Mit diesen Daten, die jüngst der erste Vizepräsident und Minister für Tourismusplanung des Inselrates, Mariano Juan Colomar, präsentiert hat, dient Ibiza als reifes Beispiel für ein besseres Tourismus-Modell auf Mallorca.

Die Zahl der Plätze in illegalen Ferienwohnungen in der Hauptstadt Ibizas ist laut Zahlen des Tourismusverbands Exceltur von 7281 im Jahr 2017, dem historischen Höchststand, auf 1469 zum Ende des Jahres 2025 gesunken. Der Verband führt diesen Rückgang auf eine Kombination aus politischer Priorität, ausgewogener Stadtplanung und Sensibilisierung der Bürger zurück. Die Daten für die gesamte Insel belaufen sich auf mehr als 18.000 illegale Unterkünfte, die vor allem über digitale Plattformen vermarktet werden und mehr als 1,6 Millionen Übernachtungen pro Jahr verzeichnen.

Um neue Arten von Betrug vorwegzunehmen, schloss die Insel im vergangenen Jahr eine Vereinbarung mit der größten Plattform für Ferienvermietungen Airbnb, die dazu geführt hat, dass die Zahl der Anzeigen auf der Insel von etwa 4400 auf etwa 1800 gesunken ist, was einer Reduzierung von etwa 14.500 Plätzen entspricht. Auf einer Insel mit 160.000 gemeldeten Einwohnern und rund 3,6 Millionen Besuchern pro Jahr beträgt das legale touristische Angebot (Hotels, Apartments, Landhäuser und Campingplätze) 96.404 Plätze, sodass das illegale Angebot etwas mehr als 18 Prozent ausmachte.

Weniger Hotelplätze, aber hochwertigere

Dieses legale Angebot ist seit Jahren eingefroren – und wird aufgrund des geltenden Moratoriums auf diesem Niveau bleiben – und hat sich durch die Neupositionierung der Hotels in höheren Kategorien, die in der Regel über weniger Zimmer verfügen, sogar netto verringert. Um sich zu behaupten, arbeiten die legalen Betreiber Ibizas eng mit den Vermietungsplattformen, Sozialpartnern und der Verwaltung zusammen.

Sowohl aufgrund der Ergebnisse als auch der angewandten Methodik sei Ibiza eine Referenz in europäischen Vergleichen, schloss Inselrats-Vizepräsident Colomar. "Das Bekenntnis zu Legalität, Qualität und Nachhaltigkeit mindert den wirtschaftlichen Wert des Tourismus nicht, sondern erhöht ihn", so der Politiker.

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