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So ist Mallorca wirklich – jenseits vom Ballermann

Warum sich ein Besuch der Insel gerade im Februar lohnt und wie sie sich abseits der gängigen Klischees authentisch erleben lässt

Die Insel ist im Februar von weißen und rosa Blättern geschmückt | Foto: Joan Torres

| Mallorca | |

Mallorca wird im Februar von vielen Reisenden kaum beachtet. Dabei zeigt sich die Insel in diesen Wochen von einer Seite, die wenig mit Sommerbetrieb und Strandtourismus zu tun hat. Zwischen Winterruhe und dem beginnenden Frühling prägen Alltag, Natur und Tradition das Bild. Wer jetzt reist, erlebt eine Insel im Übergang, fernab der bekannten Hochsaisonmuster.

Mandelblüte

Besonders prägend ist in diesen Wochen die Mandelblüte. Vor allem im Osten der Insel und im Landesinneren stehen die Bäume in Weiß und Rosa. Die Temperaturen sind moderat, die Sicht klar, die Wege ruhig. Wanderungen durch die Serra de Tramuntana, entlang der Küste oder über Landstraßen sind im Februar gut möglich, ohne Hitze und ohne große Besucherzahlen. Mandelblütenlandschaften finden sich unter anderem in der Gegend um Es Capdellà, am Galatzó, in Puigpunyent, Peguera und in Teilen des Inselostens.

Beim essen der "Calçots" bleiben keine Hände sauber. Die Delikatesse schmeckt aber umso besser.

Mandelblütenfest

In Son Servera findet am 2. Februar die traditionelle Fira zur Mandelblüte statt. Dort stehen regionale Produkte, Handwerk und die Bedeutung des Mandelanbaus für die Insel im Mittelpunkt. Besucher können Einblicke in alte und heutige Formen der Ernte gewinnen, ohne die Enge großer Volksfeste. Die Veranstaltung ist fest im lokalen Kalender verankert und wird vor allem von Einheimischen besucht.

Die Mandelblüte ist unter dem blauen Himmel Mallorcas besonders schön anzusehen.

Die Zeit der deftigen Küche

Auch kulinarisch ist der Februar eine Zeit traditioneller und deftiger Küche. In vielen Restaurants werden Calçots serviert, lange Frühlingszwiebeln, die über offenem Feuer gegrillt und mit den Händen gegessen werden. Das gemeinsame Essen steht im Vordergrund, ebenso wie der informelle Umgang mit der Speise. Hier können die Hände schmutzig werden, beim aussaugen der weichen Lauchzwiebeln wird geschlürft, geschmatzt und gekleckert. Für Besucher bietet sich die Gelegenheit, eine Esskultur kennenzulernen, die nicht eigens für Touristen inszeniert ist. Das Gericht stammt zwar eigentlich aus den katalanischen Ländern, schmeckt den Insulanern jedoch genau so gut wie den Spaniern auf dem Festland. Wer bei der Kälte lieber einen heißen Eintopf löffelt, sollte sich eine Sopes Mallorquines bestellen. Eine deftige Suppe, in der Brot eine Hauptrolle spielt.

In den Wintermonaten gehört Mallorca wieder stärker den Inselbewohnern. Wochenmärkte lassen sich ohne Gedränge besuchen, Gespräche finden häufiger auf Mallorquí statt, und der Alltag läuft ruhiger ab als in den Sommermonaten. Der Februar bietet damit einen unverstellten Blick auf das Leben der Insel, jenseits der bekannten Bilder.

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