Die slowakische Fluggesellschaft Fischer-Air, die ab dem Frühling Deutschlands wohl totesten Flughafen Kassel-Calden mit Mallorca und anderen spanischen Ferienzielen verbinden will, macht weiter von sich reden. Laut eines Berichts der Fernsehsendung "Hessenschau" zahlten mehrere Passagiere zwar für Flüge, diese seien aber ohne Angaben von Gründen abgesagt worden.
Das News-Format zitierte in dem YouTube-Video Fluggäste mit den Worten, dass auf E-Mail-Nachfragen keine Antworten genommen seien. Auch auf Anrufe reagiere man nicht, die Airline verleugne sich einfach, behalte das gezahlte Geld aber ein.
Im Dezember des vergangenen Jahres hatte die "Hessisch-Niedersächsisch Allgemeine" (HNA) gemeldet, dass es ab Mai mit den Flügen auf die Insel soweit sein solle. Bereits im März sei eine neue Verbindung mit Fischer-Air auf die spanische Ferieninsel Gran Canaria geplant.
Der deutsch-tschechische Unternehmer Vaclav Fischer hatte die Fluggesellschaft erst vor Kurzem gegründet. Im September hatte er gegenüber der HNA gesagt, man sei in den letzten Vorbereitungen. Auf weitere Berichte zu einer noch fehlenden Betriebserlaubnis für seine Maschinen habe der Unternehmer bis heute nicht reagiert. Fischer-Air braucht diese Betriebserlaubnis, um mit seinen eigenen zwei Boeing-737-Maschinen fliegen zu dürfen.
Hauptanteilseigner ist das Land Hessen
Momentan befindet sich der Flughafen Kassel-Calden im Winterschlaf. Der Airport ist auf bis zu 700.000 Passagiere im Jahr ausgelegt. 2024 nutzten jedoch nur rund 83.000 Reisende den Standort. Trotz der geringen Auslastung verursacht der laufende Betrieb weiterhin hohe Kosten: Nach Angaben des Betreibers liegt der tägliche Aufwand bei etwa 14.000 Euro.
Hauptanteilseigner ist das Land Hessen mit 68 Prozent, Stadt und Landkreis Kassel halten jeweils 14,5 Prozent, die Gemeinde Calden drei Prozent. Seit der Eröffnung im Jahr 2013 summierten sich die Investitionen auf rund 280 Millionen Euro. Der Flughafen schreibt seither jährlich Verluste von etwa fünf Millionen Euro.