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AIRPORTS & AIRLINES

Dutzende Mallorca-Flüge storniert, sogar deutsche Behörden ermitteln: Ärger um neue Airline Fischer Air wächst

Gegen den Chef der Fluggesellschaft ist Anzeige erstattet worden, es geht um den Missbrauch von staatlichen Geldern. Der Start der Insel-Flüge verzögert sich erneut

Ob die neue Mallorca-Airline jemals von Deutschland auf die Insel fliegen wird, bleibt ungewiss | Foto: Ken Fielding/Wikimedia Commons

| Mallorca | |

Sie ist nicht einmal abgehoben und doch gibt es nunmehr seit Monaten nur schlechte Nachrichten von der neuen Mallorca-Airline Fischer Air. Eigentlich wollte die Fluggesellschaft schon längst neue Verbindungen von Kassel-Calden sowie Friedrichshafen nach PMI sowie in andere Urlaubsdestinationen angeboten haben. Jetzt aber ermitteln deutsche Behörden gegen den Airline-Chef, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Aktuell suche die Staatsanwaltschaft Hamburg sogar nach dem Mann.

Gegen den Chef der Fluggesellschaft Fischer Air, dem 71-jährigen Vaclav Fischer, soll demnach die Agentur für Arbeit Anzeige erstattet haben. Zwei Ermittlungsverfahren sollen seitens der Staatsanwaltschaft Hamburg gegen den Unternehmer eröffnet worden sein. Dabei soll es darum gehen, Fischer "durch Vorspiegelung falscher Tatsachen Kurzarbeitergeld und Sozialversicherungsbeiträge erhalten" haben soll, "ohne dass ein Anspruch darauf bestand". Im zweiten Verfahren geht es ebenfalls um staatliche Mittel, die der Unternehmer unrechtmäßig erhalten haben soll, wie Bild berichtet.

In dem "Bild"-Artikel wies der Unternehmer die Vorwürfe zurück. Er kenne die Ermittlungen und Vorwürfe nicht und sei damals auch nicht in Hamburg gewesen. Er werde mit der Staatsanwaltschaft Kontakt aufnehmen, berichtet das Brachenportal "Aviation Herald". Aktuell werde seitens der Staatsanwaltschaft dennoch nach dem Mann gesucht.

Währenddessen warten Kunden von Fischer Air noch auf ihre Rückzahlungen: Auch Mallorca-Flüge waren bereits storniert worden. Indes stuft auch die Verbraucherzentrale Hessen die Buchungsseite von Fischer Air als unseriös ein. Am Flughafen Kassel werden dennoch weiterhin Flüge mit Fischer Air aufgelistet – der erste schon für den 28. Februar. Bei der Fluggesellschaft selbst dagegen sind inzwischen keine Flüge mehr buchbar. Rund 210 Flüge hatte sie eins ab dem hessischen Airport geplant, am 28. März sollte es nach Palma de Mallorca gehen.

Für den deutschen Flughafen Kassel-Calden war die neue Airline Fischer Air sicher ein Hoffnungsträger gewesen. Denn dieser gilt als der "toteste Airport Deutschlands". Auf bis zu 700.000 Passagiere im Jahr ist er ausgelegt. 2024 nutzten jedoch nur rund 83.000 Reisende den Standort. Trotz der geringen Auslastung verursacht der laufende Betrieb weiterhin hohe Kosten: Nach Angaben des Betreibers liegt der tägliche Aufwand bei etwa 14.000 Euro.

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