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Nanu! Plötzlich besuchen immer weniger deutsche Urlauber im Winter Mallorca

Im Dezember und im Januar kamen weniger als in den Vorjahrs-Vergleichsmonaten

Deutsche Touristen am Mallorca-Flughafen | Foto: Ultima Hora

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Der deutsche Markt, der wichtigste Indikator für den Tourismus auf Mallorca und den Nachbarinseln, zeigt erste Anzeichen für eine Veränderung im Kalender. Nachdem das Jahr 2025 mit 4.927.029 Touristen abgeschlossen wurde, 1,82 Prozent weniger als 2024 (5.018.495), bestätigt der Beginn des Jahres 2026 eine leichte Korrektur: 70.561 Deutsche besuchten die Balearen im Januar, 2,35 Prozent weniger als im gleichen Monat des Vorjahres.

Diese Zahl steht nicht allein. Bereits im Dezember 2025 war ein Rückgang von 3,65 Prozent zu verzeichnen, sodass die Inselgruppe nun zwei Monate in Folge einen Rückgang des deutschen Marktes verzeichnet. Für die Branche ist dies jedoch weniger ein Zeichen der Schwäche als vielmehr eine Anpassung innerhalb eines tieferen Trends: die Umverteilung des deutschen Tourismus über das ganze Jahr hinweg.

Die vom Statistikinstitut Ibestat zusammengestellten Daten zeigen, dass sich der jährliche Rückgang im Jahr 2025 hauptsächlich auf die Hochsaison konzentrierte. Zwischen April und Oktober 2025 kamen 4.246.817 deutsche Touristen, was 86,2 Prozent der Gesamtzahl des Jahres entspricht. Allerdings verzeichneten mehrere wichtige Monate Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr: Mai (-1,97 Prozent), Juni (-3 Prozent), Juli (-8,55 Prozent), August (-4,17 Prozent), September (-9,59 Prozent) und Oktober (-2,43 Prozent). Nur der April durchbrach diesen Trend mit einem Anstieg von 11,57 Prozent.

Der Sommer bleibt König

In absoluten Zahlen konzentriert sich der Großteil des Marktes weiterhin auf den Sommer mit mehr als vier Millionen Reisenden, aber die prozentuale Dynamik verlagert sich auf den Frühling und den Herbst. Allerdings bleibt der Sommer weiterhin König: Der Monat mit den meisten Ankünften war August 2025 mit 636.263 Touristen, dicht gefolgt von Juli (624.540) und Juni (616.514).

Die Tourismusbranche interpretiert diese Entwicklungen als eine fortschreitende Verlagerung hin zur Neben- und Zwischensaison: weniger Abhängigkeit von Sonne und Strand und ein größerer Anteil an Reisenden, die Kultur, Natur oder regionale Erlebnisse suchen.

"Deutschland wichtigster Markt"

„Deutschland ist nicht nur der wichtigste Markt, der uns als Reiseziel stützt. Es ist die strukturelle Säule, die das jährliche Gleichgewicht des Reiseziels aufrechterhält”, betont der Präsident der FEHM, Javier Vich, und erinnert daran, dass es der Markt ist, der die Nachfrage am besten verteilt und die Vorsaison und den Herbst stützt.

Die Daten bestätigen diese strukturelle Bedeutung. Im Jahr 2025 empfing Spanien 12 Millionen deutsche Touristen (+0,6 Prozent), die Ausgaben in Höhe von 15,831 Milliarden Euro (+2 Prozent) generierten. Davon reisten 41 Prozent auf die Balearen und etwa acht von zehn entschieden sich für Mallorca. Insgesamt landet jeder dritte deutsche Tourist, der Spanien besucht, auf Mallorca.

Darüber hinaus geben deutsche Besucher auf den Inseln mehr Geld aus als der nationale Durchschnitt. Während die durchschnittlichen Tagesausgaben in Spanien bei etwa 150 Euro liegen, liegen sie auf den Balearen bei etwa 205 Euro, was 30 % bis 35 % mehr ist als im Rest des Landes.

Laut Vich ist dieser Unterschied auf eine seit Jahren verfolgte Unternehmensstrategie zurückzuführen, in deren Rahmen mehr als 3,5 Milliarden Euro in die Modernisierung und Neupositionierung von Hotels investiert wurden. Diese Veränderung spiegelt sich auch im Angebot wider. Die Zahl der Betten ist nur um 6 Prozent gestiegen, aber der Anteil der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels ist von 30 Prozent auf rund 80 Prozent gestiegen.

Für die mallorquinischen Hoteliers ist der deutsche Markt kein geschwächter, sondern ein vorsichtiger Markt. Mit rund 138 Millionen potenziellen Reisenden wird für 2026 ein Wachstum der deutschen Tourismusausgaben um rund 3 % auf etwa 86 Milliarden Euro prognostiziert, allerdings ohne große Volumensteigerungen. Nach dem Rückgang des Konsums um 17 % im Jahr 2024 planen die deutschen Haushalte, ihre Tourismusausgaben um etwa 2 % zu erhöhen.

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