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Mit diesen vier Tipps werden Sie in den Augen der Einheimischen zu einem „guten Touristen“

Endlich einmal eine konstruktive Kritik statt „Tourist go home!“: Das wünschen sich die Insulaner von auswärtigen Besuchern

Flanierende Urlauber in der beliebten Einkaufs- und Fußgängerstraße Oms in Palma de Mallorca. | Foto: Patricia Lozano

| Palma, Mallorca |

Oft ist das Zentrum von Palma zu einer Art Schaufenster für jene geworden, die per Graffiti oder Farbschmiererien ihren Unmut über Phänomene wie den Massentourismus ausdrücken. Immer wieder waren in den Vergangenheit in Palmas Altstadtgassen Schriftzüge in Englisch zu lesen gewesen wie etwa „Tourist go hohe“, „Tourist, don’t come to Mallorca“ oder gar „Tourists are terrorists“.

Die sogenannte Tourismusfeindlichkeit, bedingt durch steigende Preise für Lebenshaltungskosten und mangelnde Mietwohnungen, bringt immer wieder aggressive Botschaften gegen die Tausenden von Besuchern hervor, die durch die Stadt und über Mallorca reisen. Die „Botschaften“ an die Urlauber, die nicht rasch genug von den Mitarbeitern der Stadtwerke von Palma überpinselt werden, rufen nicht nur ein schlechtes Erscheinungsbild der Umgebung hervor, sondern stellen auch eine Belästigung für die Eigentümer der verunstalten Hauswände sowie für die Anwohner in den Vierteln dar – und sind insgesamt ein großes Ärgernis.

Gleichwohl erreichen die Graffiti ein Ziel: Sie erlangen Aufmerksamkeit und werden von den Touristen wahrgenommen, denen die Urheber der Schriftzüge vermitteln, dass die Urlauber von einem Teil der lokalen Bevölkerung nicht willkommen geheißen werden. Jetzt ist im Carrer Sant Jaume, einer der meistfrequentierten Altstadtgassen in Palma, in der sich auch renommierte Restaurants befinden, an einer Wand ein Graffiti aufgetaucht mit einer Reihe von Ratschlägen, die sich konstruktiv an Touristen richten.

Vier Tipps für respektvolles Verhalten

Auf Englisch werden vier Vorschläge oder Tipps aufgelistet, um – laut ihrem Verfasser – ein guter Tourist auf Mallorca zu sein: „Nutze kein Airbnb-Übernachtungsangebot. Gebe großzügig Trinkgeld. Miete keinen SUV als Auto. Und sag ,Bon dia’.“ (Bon día ist Katalanisch und damit die Regionalsprache auf der Insel. Auf Spanisch heißt „Guten Tag“: Buenos días).

Dieses Graffiti ist neuerdings im Carrer Sant Jaume in Palma zu sehen. Foto: Maria Àngela Tous

Der Urheber des Graffiti ist demnach der Ansicht, dass man bei Einhaltung dieser Vorgaben zu einem vorbildlichen und respektvollen Besucher gegenüber der Insel, ihrer Umgebung und ihren Bewohnern wird. Der Schriftzug hat sicherlich sowohl bei Anwohnern als auch bei Touristen und Beschäftigten in diesem Teil der Altstadt von Palma Aufmerksamkeit erregt. Die Passanten waren überrascht, erstmals eine Botschaft zu lesen, die auf den ersten Blick durchaus der üblichen Spannung und Aggressivität entbehrt, wie diese sonst bei den beleidigenden „Raus!“-Forderungen zu spüren waren.

Zehn Gebote für Auslandsdeutsche

Gebote dieser Art, wie man sich als Urlauber im Ausland verhalten sollte, sind so neu nicht. Schon vor 90 Jahren, als in den 1930er-Jahren die erste Tourismuswelle auf Mallorca schwappte, veröffentlichte ein deutschsprachiges Inselmedium zehn Anstandsregeln für Auslandsdeutsche. Den Bericht dazu lesen Sie hier

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