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Rasche Hilfe bei Psycho-Notlagen: So wollen Hoteliers und Konsuln zum Schutz der Urlauber besser kooperieren

Hotelverband auf Mallorca startet innovatives Koordinationsmodell mit Konsulaten zur Verbesserung der Betreuung von Touristen und internationalen Arbeitskräften

Die Tagung des Hotelverbandes von Mallorca und der Konsulate fand im Aubamar Kongresszentrum an der Playa de Palma statt. | Foto: Fehm

| Palma, Mallorca |

Der Hotelverband Mallorcas (Fehm) hat heute im Aubamar Convention Center in Playa de Palma das erste Fehm–Konsularische Treffen der Balearen veranstaltet. Die Initiative des Verbands stellt einen wichtigen Schritt hin zu einem strukturierten institutionellen Koordinationsmodell im Reiseziel dar, teilte der am Freitagabend Verband mit.

An dem Treffen nahmen Vertreter von 29 Konsulaten auf den Balearen sowie 23 im Fehm zusammengeschlossene lokalen Hotelverbände und das offizielle Psychologen-Kolleg der Balearen teil. Ziel ist die Verbesserung des Umgangs mit Menschen am Reiseziel – sowohl Touristen als auch internationalen Arbeitskräften – in einem stark international geprägten Umfeld, in dem insgesamt 41 Konsulate tätig sind.

Vertreten waren unter anderem die Konsulate von Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Italien, dem Vereinigten Königreich, den USA, den Niederlanden, Schweden, Norwegen, Belgien, Brasilien, Marokko, der Ukraine und weiteren Ländern.

Bei der Eröffnung betonte Fehm-Präsident Javier Vich, das Treffen markiere einen Wendepunkt: den Übergang von punktuellen Kontakten hin zu einer strukturierten Zusammenarbeit, bei der der Mensch im Mittelpunkt stehe. Er hob zudem die doppelte Dimension des Reiseziels hervor – Touristen und internationale Arbeitskräfte – sowie die Rolle der Hotellerie als zentral organisiertes System, das rund 70 Prozent der Besucher (etwa 13 Millionen Menschen) empfängt und eine Schlüsselrolle im Management von Vorfällen spielt.

Vich betonte außerdem die Bedeutung der Hotelbranche mit 23 lokalen Verbänden, rund 870 Betrieben und mehr als 202.000 Betten sowie die Entwicklung hin zu einer Verlängerung der Saison, Qualitätssteigerung und einem stärkeren Fokus auf Wertschöpfung, was eine engere institutionelle Zusammenarbeit erforderlich mache.

Hoteliers und Konsuln bei der Tagung vereinbaren eine engere Zusammenarbeit. Foto: Fehm

Krisenmanagements bei traumatischen Situationen

Ein besonderer Schwerpunkt des Treffens war die zentrale Integration psychologischer Betreuung in das Krisenmanagement. Die Psychologin Iraïs Seguí (Interventionsgruppen für psychologische Notfälle und Katastrophen (GIPEC)) des offiziellen Psychologen-Kollegs der Balearen hob die Bedeutung spezialisierter Unterstützung in traumatischen Situationen hervor. Dazu gehören unmittelbare psychologische Betreuung, Nachsorge sowie emotionale Begleitung.

Javier Vich (1.v.r.) und María José Aguiló (2.v.l.) repräsentierten den Hotelverband. Foto: Fehm

Die Fehm-Vizevorsitzende, María José Aguiló, spielte eine zentrale Rolle bei der Veranstaltung. Sie verband den institutionellen Rahmen mit der praktischen Realität der Branche und behandelte anhand konkreter Fälle aus Hotels und Hotelketten Themen wie den Verlust von Dokumenten, medizinische Notfälle, Situationen von Verletzlichkeit, die Beschäftigung internationaler Arbeitskräfte sowie Dokumentenprüfungen. Aguiló leitete den Austausch zwischen Hotellerie und Konsulaten und förderte einen direkten Dialog mit dem Ziel, konkrete Lösungen zu entwickeln und die Koordination vor Ort zu verbessern.

Zum Abschluss betonte sie die Bedeutung einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Konsulaten und Hotelsektor, um die Betreuung internationaler Gäste weiter zu verbessern und das Image Mallorcas als sicheres und qualitativ hochwertiges Reiseziel zu stärken. Ebenso solle gemeinsam an den Herausforderungen im Zusammenhang mit ausländischen Arbeitnehmern in den Mitgliedsbetrieben gearbeitet werden. Die Veranstaltung soll künftig jährlich stattfinden und durch eine Begleitkommission ergänzt werden, die die Ergebnisse am Ende der Tourismussaison bewertet.

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