Das Chaos um die neue Mallorca-Airline Fischer Air nimmt auch weiter kein Ende. Eigentlich sollte es von den deutschen Flughäfen Kassel-Calden sowie Friedrichshafen auf die Insel gehen – doch der Start war in den vergangenen Monaten bereits mehrmals verschoben worden, jetzt stehen neue Vorwürfe im Raum. Denn der deutsch-tschechische Reiseunternehmer Václav Fischer soll gar keine Rechte an dem Airline-Namen haben. Stattdessen gehöre die Marke dem zweitgrößten europäischen Reiseveranstalter Dertour. Dessen Chef fand jetzt in einem Interview mit der Bild-Zeitung deutliche Worte.
Dertour-CEO Christoph Debus sagte im Gespräch mit der Zeitung: „Wir haben das Unternehmen Fischer inklusive der Markenrechte 2020 erworben. Wir haben bereits Gerichtsverfahren wegen Markenrechtsverletzung gewonnen. Deshalb ist der Fall für uns glasklar.“ Weiter hieß es: „Er (Václav Fischer) wird keine Chance haben.“ Indes ist auch die Webseite der Fluggesellschaft nicht mehr erreichbar. Zudem soll der tschechische Unternehmer über keine Flugzeuge verfügen. Hunderte Mallorca-Urlauber dürfen also in die Röhre schauen.
So reagieren deutsche Airports
Abheben sollte die neue Airline Fischer Air ursprünglich ab diesem Frühjahr – es sollte von den Flughäfen Kassel-Calden sowie Friedrichshafen nach Palma de Mallorca gehen. Dann war der Start auf Herbst 2026 verschoben worden. Mittlerweile sehen auch die Airport-Verantwortlichen keine Zukunft für die geplanten Flüge. Detlef Schäfer-Carroll, Geschäftsführer des Flughafens Friedrichshafen, sagte zur Bild-Zeitung: „Wir haben von Fischer Air und Herrn Vaclav Fischer nichts mehr gehört. Der Briefkasten von Fischer Air wurde entfernt, da die Miete dafür nicht gezahlt wurde. Wir planen aktuell nicht mit einem Start dieser Flüge, lassen uns aber gern überraschen.“
Ähnlich kritisch sieht man die Situation auch am deutschen Flughafen Kassel-Calden. Der Bild-Zeitung zufolge „herrscht Funkstille“ zwischen dem hessischen Airport und der neuen Airline. In Kassel habe man „große Hoffnungen in die Ankündigungen von Vaclav Fisches gesetzt“, heißt es. „Es gibt zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine belastbaren Grundlagen für Flüge von Fischer Air. Die Geschäftsführung hat berichtet, dass es aktuell keinen Austausch mit Fischer Air gibt“, so ein Sprecher des hessischen Finanzministeriums laut des Berichts.