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Zu Fuß über die Finca Planícia

Mal Schotter- mal Waldweg, mal steil und mal eben: Eine Wanderung durch die öffentliche Finca Planícia ist abwechslungsreich. | Foto: ecu

| Banyalbufar, Mallorca |

Drei Wege sind auf der öffentlichen Finca Planícia ausgeschildert. Die Wanderung kombiniert die Wege zu einer gut dreistündigen, abwechslungsreichen Tour. Ziel ist ein Hochplateau mit gepflegten Olivenhainen und Johannisbrotbaumfeldern und einem Panoramablick über die Küste. Davor geht es durch einen gut erhaltenen Steineichenwald, Mischwälder und verwilderte, dicht bewachsene Terrassenfelder.

Zwischen jahrhundertealten Olivenbäumen sprießen Zwergpalmen, Baumheide, Ginster, Mastix- und Rosmarinsträucher, Dissgräser und Estepa Blanera, ein endemischer Lippblütler mit samtigen Blättern. In Kürze werden auch Orchideen am Wegrand blühen. Zahlreiche Köhlermeiler, alte Zisternen, Steinmauern und die Gebäude von Planícia erinnern an die Geschichte der Insel. Mal läuft der Wanderer über federnden Waldboden, mal auf Schotter und Asphalt und tut dabei etwas für die Kondition, denn fast ebene Streckenteile wechseln sich mit ziemlich steilen Abschnitten ab.

Ausgangspunkt ist bei Kilometer 90,2 auf der MA-10 zwischen Banyalbufar und Estellencs. Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz. Auf der anderen Seite der Straße führt eine Treppe aus Holz zum asphaltierten Camí de les Cases de Planícia, auf dem es eine Viertelstunde lang bergauf durch einen Wald aus Steineichen und Kiefern geht. Dann lichtet sich der Wald, der Weg wird etwas flacher und die ersten Olivenbäume sind zu sehen. Felsberge umrahmen das hier beginnende Hochtal. Kurz hinter zwei Betonpfosten biegt die Tour vom Asphaltweg nach links ab und folgt dem Schild Font de S'Obi in einen dichten Mischwald.

Der Weg wird von alten Stützmauern begrenzt und ist angenehm weich. Font de S'Obi ist der Name einer Quelle, die aus Felsspalten hervorspringt. Daneben liegt eine alte Steinhütte, die gerade renoviert wird. Hinter der Quelle öffnet sich der Wald. Anbauterrassen erscheinen. Weil sie lange nicht gepflegt wurden, wachsen heute auch Kiefern darauf. Jetzt ist die Balearen-Regierung dabei, die Terrassen wieder instand zu setzen. Heide, Dornginster und Rosmarinsträucher säumen den Weg. Hinter einer Picknickzone zwischen Olivenbäumen stößt der Wanderweg nach 45 Minuten wieder auf den Camí des les Cases de Planícia, der jetzt den Camp Gran durchquert. Das ist eine große Ackerfläche mit Oliven- und Johannisbrotbäumen auf der Hochebene. Sie soll dem Gut seinen Namen gegeben haben, denn Planícia bedeutet auf Katalanisch Ebene. Links in der Höhe sind jetzt die Gutshäuser zu sehen.

Doch davor liegt noch ein Abstecher nach rechts zum l'Aljub dels Cristians. So heißt eine alte Wasserzisterne in einem der schönsten Steineichenwälder Mallorcas, dem Bosc Gran. Er ist einer der letzten Orte auf der Insel, an denen Holzkohle erzeugt wurde. Zahlreiche Kohlenmeiler und Hütten in dem mystisch anmutenden Wald voller moosbedeckter Felsen zeugen noch davon. In der Zisterne sammelte sich das Wasser aus einer Waldquelle. Nach etwa achtzig Minuten endet der Abstecher wieder auf dem Hauptweg in Richtung der Gutshäuser von Planícia. Einige spektakuläre Kiefern stehen am Weg, darunter die Pins de Planissi. Das sind vier Kiefern, die zehn bis 13 Meter hoch sind und eine gemeinsame Baumkrone mit einem Durchmesser von 27,5 Metern bilden.

Die Gutshäuser liegen auf 425 Meter Höhe am Nordhang der Mola de Planícia, einem 934 Meter hohen Gipfel. Es sind typische Wohnhäuser für Gehöfte in der Tramuntana. Ihr Ursprung liegt im 14. Jahrhundert (siehe Kasten) . Von der großen Terrasse aus sieht man über die gesamte Küstenzone von Banyalbufar, Estellencs und Andratx bis zur Insel Dragonera. Zu besichtigen sind die Häuser nicht.

Zurück geht's auf dem Fahrweg Camí de ses Cases de Planícia ohne Abstecher zum Ausgangspunkt, der in einer Dreiviertelstunde erreicht ist.

AUF EINEN BLICK

Ausgangspunkt: Kilometer 90,2 auf der MA-10 zwischen Banyalbufar und Estellencs. Entfernung: 10,8 Kilometer. Höhenunterschied: insgesamt zirka 700 Meter. Dauer: gut drei Stunden. Schwierigkeitsgrad: leicht. Ausrüstung: feste Schuhe, Proviant

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