Der wohl bekannteste Teppich- und Antiquitätenladen auf Mallorca, Persepolis in Palma, wird seine Pforten nach 50 Jahren für immer schließen. Das kündigte sein Betreiber Jamil Missaghian in der MM-Schwesterzeitung "Ultima Hora" an. Erst kürzlich hatte die balearische Ministerpräsidentin Marga Prohens noch ein Glückwunschtelegramm zum Jubiläum des Geschäfts an der Prachtmeile "Avenida Jaime III." geschickt. Doch obwohl Persepolis zumacht, will der Betreiber weitermachen, aber dann nur noch im Internet.
Jamil Missaghian kam 1956 mit seinen Eltern und seinen beiden Schwestern nach Palma, wo sie den Bahá'í-Glauben einführten und verbreiteten. Er studierte Architektur in Madrid. Nach Abschluss seines Studiums und mit dem Diplom in der Tasche kehrte er auf die Insel zurück, wo er einige Projekte realisierte, "um mich ganz den Antiquitäten zu widmen".
Auch Michael Douglas kaufte ein
Gegenüber "Ultima Hora" fügte er hinzu: "Das waren natürlich andere Zeiten. Es waren Zeiten, in denen Antiquitäten, seien es Möbel, Gemälde usw., einen viel höheren Wert hatten als heute. Es gab mallorquinische Familien wie die Marchs, Escarrers, Truyols und andere, die kamen, um Antiquitäten zu kaufen. Das taten auch die Araber, die sich in Sol de Mallorca niedergelassen hatten. Oder Tita Cervera, Michael Douglas und sogar der emeritierte König, denn ich fuhr mehrmals nach Marivent, um Möbel, Teppiche, alte Gemälde zu liefern ... Das waren andere Zeiten."
Missaghian fügte hinzu, dass Axel Dieter Ball, der kürzlich verstorbene deutsche Bauherr des luxuriösen Hotels "La Residencia" in Deià, Kunde bei ihm gewesen sei. "Er kam halb getarnt hierher, um nicht erkannt zu werden, und ich verkaufte ihm Möbel und Teppiche, die schließlich im Hotel landeten."