Folgen Sie uns F Y T I R

Nach dem Tod von Wolfgang Heichel: Stefan Track erinnert an die gemeinsame Zeit bei "Dschinghis Khan"

Nach dem überraschenden Tod des Sängers würdigt sein früherer Weggefährte die gemeinsamen Jahre, spricht über alte Differenzen – und findet versöhnliche Worte zum Abschied

Dschinghis Khan-Sänger Stefan Track (l.) bei einem Auftritt mit Gründungsmitglied Wolfgang Heichel (r.) | Foto: privat

|

Millionen Menschen kennen die Hits "Moskau" und "Dschinghis Khan" bis heute. Nun ist die prägende Stimme hinter diesen Erfolgen verstummt: Wolfgang Heichel ist im Alter von 75 Jahren gestorben. Wie auf seinem Social-Media-Account mitgeteilt wurde, verstarb der Sänger bereits am 20. Januar 2026 "völlig überraschend" in seinem Zuhause. Eine weitere Stellungnahme der Familie lag zunächst nicht vor.

Der gebürtige Meißener wurde 1979 als Leadsänger der Popgruppe Dschinghis Khan international bekannt. Produzent Ralph Siegel hatte die Formation eigens für den deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest zusammengestellt. Mit dem Titel "Dschinghis Khan" gewann die Band den nationalen Wettbewerb und erreichte beim ESC-Finale 1979 in Israel den vierten Platz. Zugleich erzielte der Song internationale Chartplatzierungen, unter anderem Rang eins in Israel.

In den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren zählte die Gruppe zu den erfolgreichsten deutschen Pop-Acts im Ausland. 1985 löste sich Dschinghis Khan zunächst auf. 2005 folgte eine Reunion, die jedoch nicht von Dauer war. 2014 verließ Heichel gemeinsam mit Edina Pop und Henriette Strobel die Formation. Ab 2018 trat er mit unterschiedlichen Besetzungen erneut unter dem Namen "Dschinghis Khan" auf. Noch 2020 stand er beim 120. Presseball Berlin auf der Bühne.

Dschinghis Khan feierte große Erfolge beim ESC 1979 in Jerusalem

Auch Stefan Track, der 2005 beim Reunion-Konzert zur Besetzung stieß, zeigte sich betroffen. Zuvor hatte er bereits mit Heichel zusammengearbeitet. Gegenüber MM erklärte Track: "Natürlich trifft mich sein Tod, auch wenn wir uns vor fünf Jahren beruflich getrennt haben und ich meine Dschinghis Khan-Projekte mit meinem Team allein weitergeführt habe. Selbst wenn es zwischen uns Zwistigkeiten oder Uneinigkeiten gab, berührt mich sein Tod sehr, und vor allem tut er mir für seine Familie unendlich leid."

Anfang 2022 gab Heichel (l.) bekannt, dass er sich 2020 wegen schwerwiegender Differenzen von Track (r.) trennte. (Foto: privat)

Weiter sagte der Sänger und Tänzer, der sich mit seinem Restaurant Goli in Porto Petro ein zweites berufliches Standbein aufgebaut hat: "Ich habe schon lange meinen Frieden mit Wolfgang gemacht. Ich kann dazu eigentlich nur sagen, dass ich hoffe, dass er nicht leiden musste. In Erinnerung bleiben mir vor allem die schönen Momente, die wir gemeinsam erlebt haben. Ich hoffe, dass er in Frieden ruht." Bekannt wurde Track vor allem als Kopf der 2006 gegründeten Dschinghis-Khan-Coverband "Rocking Son", mit der er in Russland unter dem Namen "Dschinghis Khan" und seit 2016/17 auch international in Konkurrenz zur Originalgruppe auftrat. Zwischenzeitlich kam es erneut zu einer Zusammenarbeit mit Heichel; Anfang 2022 gab dieser jedoch bekannt, dass er sich bereits 2020 aufgrund schwerwiegender Differenzen wieder von Track getrennt habe.

Heichels Management würdigte ihn in einem kurzen Statement als Künstler, der "in seiner Musik weiterlebt". Über seine Karriere hinaus habe er sich als engagierter Philanthrop und Kulturbotschafter einen Namen gemacht. Auch Ralph Siegel äußerte sich bestürzt über den Tod seines langjährigen Weggefährten. Heichel sei ein "hervorragender Sänger" gewesen, der auch nach seiner Zeit bei Dschinghis Khan international künstlerisch tätig geblieben sei.Mit Wolfgang Heichel ist nach Steve Bender und Louis Potgieter das dritte Mitglied der ursprünglichen Besetzung von Dschinghis Khan verstorben.

Zum Thema
Meistgelesen