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Als einziger Deutscher: Dieser Bundesbürger läuft bei den Osterprozessionen auf Mallorca mit

"Das ist meine Art der Integration", sagt Roman Hillmann im MM-Gespräch. Wie er es geschafft hat, ganz vorne bei den Traditionen dabei zu sein

Bevor Hillmann es zum Standartenträger der Bruderschaft von Coll d’en Rabassa und auf die MM-Titelseite 17/2025 schaffte, betrieb er den Kulturraum „Exprésate” im Viertel. | Foto: privat

| Palma, Mallorca |

Das muss man als Deutscher auf der Insel erst einmal schaffen: Roman Hillmann läuft als einziger Bunderbürger bei den Osterprozessionen von Palma de Mallorca mit. Deshalb zierte er die Titelseite der MM-Osterausgabe des zurückliegenden Jahres als Prozessionsteilnehmer für die Bruderschaft Nuestra Señora de Carmen in Coll d’en Rabassa, dem Meeresviertel von Palma. 2023 war der rheinländische Kulturaktivist, der vor seinem Aufenthalt auf Mallorca beim ZDF als Aufnahmeleiter und Produzent arbeitete und in Berlin und Paris lebte, erstmals mit der Gruppe durch die Straßen gezogen. In dieser Woche will er sein viertes Mal begehen. Für MM interviewte ihn der Redakteur Gabriel Wolenik.

Mallorca Magazin: Wo kann man Sie diese Ostern bei Prozessionen sehen?

Roman Hillmann: Ich plane, am Dienstagabend erneut in Coll d’en Rabassa teilzunehmen. Los geht’s um 20 Uhr an der Plaza de la Iglesia. Die Prozession wird ungefähr zwei Stunden dauern, es wird ein Rundgang durchs Viertel sein und ich werde voraussichtlich wieder als Standartenträger zu sehen sein. Am Gründonnerstag dann wird man mich wahrscheinlich bei der Prozession Crist de la Sang sehen können. Diese beginnt um 19 Uhr an der Plaza del Hospital oberhalb des Kulturzentrums Misericòrdia. Wir werden aus dem Eingang der Iglesia de la Anunciación kommen und gegen 1 Uhr nachts an der Kathedrale enden. In diesem Fall werde ich Kapuze tragen, sodass man schon genau hinschauen muss, um mich zu erkennen.

MM: Was motiviert Sie dazu, an den Osterprozessionen teilzunehmen?

Hillmann: Das ist meine Art der Integration! Schon in allen Ländern, in denen ich gelebt habe, habe ich versucht, in die Kultur und die Traditionen einzutauchen. Wenn man irgendwo lebt, sollte man diese kennen und sich mit ihnen auseinandersetzen, und die Osterprozessionen sind auf Mallorca eine ganz alte und wichtige Tradition. Durch diese aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben komme ich der Gemeinschaft und den Menschen näher, und wenn man in einer so herzlichen Gruppe wie der Bruderschaft von Coll d’en Rabassa drin ist, fühlt man sich wie in einer Familie. Für mich ist es eine Ehre, an den Prozessionen teilnehmen zu dürfen.

MM: Wie reagieren die Leute auf Sie als Prozessionsteilnehmer?

Hillmann: Nach dem Artikel im Mallorca Magazin im zurückliegenden Jahr haben mich viele Leute angesprochen. Darunter auch ein Paar aus Deutschland, das mich nach der Prozession am Gründonnerstag bei der Kathedrale erkannt hatte, nachdem ich die Kapuze abgenommen hatte. Sie baten mich dann um ein Foto. Auch Mallorquiner haben mein Foto auf der Titelseite wahrgenommen und erkannt, dass ich es mit meiner Integration ernst meine.

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