Am Mittwoch, 1. Oktober, feiert Mallorca seine beiden Vertreter im Netzwerk der schönsten Dörfer Spaniens ("Pueblos Más Bonitos"), Fornalutx und Alcúdia. Anlass ist der Jahrestag der Vereinigung, in dessen Rahmen verschiedene kulturelle Aktivitäten in beiden Gemeinden stattfinden, von kostenlosen Führungen bis hin zu temporären Ausstellungen über ihre Geschichte und Traditionen. Sowohl Fornalutx als auch Alcúdia erhalten sorgfältig ihre traditionelle Architektur, ihrer Naturlandschaften und ihr tief verwurzeltes kulturelles Erbe.
Das Bergjuwel im Tramuntana-Gebirge
Eingebettet in die majestätische Landschaft der Serra de Tramuntana zeichnet sich Fornalutx durch die makellose Erhaltung der traditionellen mallorquinischen Architektur aus. Diese kleine Gemeinde mit knapp 700 Einwohnern wurde 2017 als eines der schönsten Dörfer Spaniens ausgezeichnet. Die Gemeinde, die 1813 administrativ von Sóller unabhängig wurde, hat es geschafft, ihren ländlichen Charme über die Jahrhunderte hinweg zu bewahren. Ihre gepflasterten Gassen und Steinhäuser bilden ein architektonisches Ensemble von einzigartiger Schönheit, das wie aus der Zeit gefallen scheint.
Ein Wahrzeichen des landschaftlichen Erbes ist die alte Ölmühle von Can Xoroi, die in ein ethnologisches Museum umgewandelt wurde. Dort wird eine wertvolle Sammlung bemalter Dachziegel ausgestellt, eine Form der Volkskunst, die fast ausschließlich in der Gegend von Sóller und Fornalutx zu finden ist. Diese Dachziegel, die mit geometrischen, religiösen, zoomorphen oder pflanzlichen Motiven verziert sind, wurden im 16. Jahrhundert vor Ort bemalt und sind noch heute auf den Dachvorsprüngen vieler Häuser des Dorfes zu sehen.
Neben seinem künstlerischen und kulturellen Erbe ist Fornalutx Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege, die sich durch die Tramuntana schlängeln, wie der Camí de s'Alzina Fumadora, der Camí de Binibassí, der Weg von sa Costera oder der beliebte Camí des Creuer.
Steinerne Geschichte zwischen zwei Buchten
Etwa 40 Kilometer entfernt, im Nordosten der Insel, präsentiert Alcúdia ein anderes, aber ebenso faszinierendes historisches Profil. Diese mittelalterliche Stadt, die 2019 als Mitglied des Netzwerks "Pueblos Más Bonitos" anerkannt wurde, verbindet ihr reiches historisches Erbe mit einer privilegierten geografischen Lage zwischen den Buchten von Pollença und Alcúdia.
Alcúdia wurde 1325 von Jaume II. als königliche Stadt gegründet und trägt mit Stolz den Titel "Ciudad Fidelísima" (treueste Stadt), der ihr 1523 von Kaiser Karl V. in Anerkennung ihrer Loyalität während der Germanías verliehen wurde. Die beeindruckende Stadtmauer, von der noch bedeutende Originalabschnitte und mehrere monumentale Tore erhalten sind, ist eines der am besten erhaltenen Beispiele mittelalterlicher Verteidigungsarchitektur auf den Balearen.
Die Altstadt, die 1974 zum kunsthistorischen Ensemble erklärt wurde, beherbergt zahlreiche sehenswerte Gebäude, wie die Kirche Sant Jaume, das Renaissance-Rathaus oder die Herrenhäuser, die Straßen wie die Carrer Major säumen. Am Stadtrand befinden sich die archäologischen Überreste von Pollentia, der alten römischen Stadt, die 123 v. Chr. gegründet wurde und deren Theater, Forum und Wohnviertel heute besichtigt werden können.