Immobilienfirmen und Investmentfonds haben im vergangenen Jahr rund 15 Prozent aller auf Mallorca und den anderen Baleareninseln verkauften Wohnungen erworben. Gemeinsam mit den Kanaren stellt dies den höchsten Anteil in ganz Spanien dar und liegt über Regionen wie Madrid oder Katalonien, wo entsprechende Käufe ebenfalls zunehmen. Laut den Jahresdaten des spanischen Grundbuchamts (Colegio de Registradores) wurden im vergangenen Jahr 14,62 Prozent aller Immobiliengeschäfte von juristischen Personen getätigt. Dieser Anteil stieg im Vergleich zum Vorjahr um 2,46 Prozent, während die Käufe durch Privatpersonen im gleichen Umfang zurückgingen.
Zwei zentrale Faktoren erklären den Aufschwung dieses Trends, der sich auf den Inseln seit dem Immobiliencrash von 2007 nach dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers um mehr als 20 Prozent verstärkt hat. Zum einen haben stark steigende Immobilienpreise – insbesondere in Regionen wie den Balearen – Wohnraum zu einem lukrativen Geschäftsmodell gemacht. Unternehmen kaufen Wohnungen, vermieten sie weiter oder teilen sie in einzelne Zimmer zur Kurz- oder Langzeitvermietung auf. Die Immobilie wird damit zunehmend zum reinen Investitionsobjekt, was auch den verstärkten Einstieg von Projektentwicklern erklärt.
Steuerliche Vorteile
Zum anderen sehen Experten einen steuerlichen Vorteil als weiteren Grund für den Anstieg: Der Erwerb einer Immobilie über eine Gesellschaft kann – insbesondere im Luxussegment – steuerlich günstiger sein als der Kauf durch eine Privatperson. Auf den Balearen und in Katalonien liegt die Steuerlast beim Kauf von Luxusimmobilien bei rund 14 Prozent des Kaufpreises und gehört damit zu den höchsten in Spanien.
Hinzu kommt, dass insbesondere ausländische Käufer über Unternehmensstrukturen teilweise von zusätzlichen steuerlichen Verpflichtungen in Spanien befreit werden können, die bei einem direkten privaten Erwerb anfallen würden. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang davon, dass der Kauf über Gesellschaften in vielen Fällen als eine Art steuerliches "Schutzkonstrukt" genutzt werde, während der spekulative Charakter solcher Käufe teilweise relativiert wird.
So viele Immobilien wurden verkauft
Insgesamt wurden im vergangenen Jahr auf den Balearen 14.633 Immobilien verkauft. Davon gingen 2139 Objekte an Unternehmen und Fonds – das entspricht etwa jeder siebten verkauften Immobilie. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in den beiden Inselregionen Kanaren und Balearen, die damit an der Spitze Spaniens stehen und auch Regionen wie Madrid hinter sich lassen, wo der Anteil ebenfalls über 14 Prozent liegt.
In Katalonien, wo die Steuerbelastung im Luxussegment ähnlich hoch ist wie auf den Balearen, lag der Anteil bei 12,53 Prozent. Deutlich niedriger ist er dagegen in Regionen wie Extremadura, La Rioja, Navarra oder dem Baskenland, wo er unter 6 Prozent bleibt und klar unter dem landesweiten Durchschnitt von rund 11 Prozent liegt. Insgesamt zeigt sich damit ein anhaltender Anstieg des Anteils institutioneller Käufer – mit den Balearen und Mallorca als Hauptinsel als besonders starkem Schwerpunkt.