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Auf Mallorca hinter schwedischen Gardinen: Polizei geht mutmaßlicher Stockholmer Drogenboss ins Netz

Fahnder der Nationalpolizei nahmen den mutmaßlichen Stockholmer Drogenboss in Palmas Viertel Santa Catalina fest. | Policía Nacional

| Palma, Mallorca |

Ein von den schwedischen Behörden europaweit zur Suche ausgeschriebener mutmaßlicher Drogenboss ist am vergangenen Freitag spanischen und schwedischen Fahndern ins Netz gegangen. Der Zugriff erfolgte nach Angaben der Nationalpolizei bereits in Palmas Stadtviertel Santa Catalina. Im Rahmen einer Observierung riegelten die Ermittler kurzerhand eine Straße ab und holten den Gesuchten aus seinem 140.000 Euro teuren Auto. Ein Haftrichter ordnete bereits Untersuchungshaft für den Festgenommenen an. Der Mann soll in den nächsten Tagen an die schwedischen Behörden ausgeliefert werden.

Nach Informationen des MM-Schwesterblatts "Ultima Hora" wähnten die schwedischen Ermittler den Verdächtigen seit geraumer Zeit auf Mallorca. Der genaue Aufenthaltsort des mutmaßlichen Drogenhändlers, der verdächtigt wird, die schwedische Hauptstadt Stockholm seit Jahren mit Drogen zu versorgen, war den Ermittlern aus Skandinavien jedoch lange Zeit unbekannt. Nachdem die schwedischen Behörden um Amtshilfe bei ihren spanischen Kollegen angefragt hatten, änderte sich das schnell. Ermittler der Nationalpolizei fanden heraus, dass der Gesuchte in einem exklusiven Altstadtpalast in Palma das unauffällige Leben eines Familienvaters führte.

Ehe der Zugriff stattfinden sollte, galt es nach "Ultima Hora"-Angaben noch eine Reihe erforderlicher Dokumente zusammenzutragen: einen richterlichen Auslieferungsbescheid, einen richterlichen Hausdurchsuchungsbescheid sowie einen europäischen Embargobescheid zur Beschlagnahmung von Immobilien. Nach der erfolgten Festnahme nahmen die Fahnder beider Länder das urbane Anwesen des mutmaßlichen Drogenbarons unter die Lupe. Dabei stellten sie verschiedene IT-Geräte wie Computer und Festplatten sicher, die derzeit von Spezialisten noch ausgewertet werden.

Weil der Festgenommene zum Zeitpunkt des Zugriffs drei gefälschte Reisepässe bei sich trug, droht ihm jetzt zudem Ungemach seitens der spanischen Ermittler. Zwei der Pässe wiesen ihn als tschechischen Staatsbürger aus, ein dritter als Bürger Polens.

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