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Playa de Palma

Skandal an der Playa de Palma: Detektive überführen diebische Hausdame in Hotel auf Mallorca

Monatelang verschwanden Geld und Wertsachen aus den Zimmern des Hotel Teide am Ballermann. Ein Detektivteam stellte der Täterin schließlich eine Falle – mit eindeutigen Beweisen

Zu den Diebstählen kam es im Hostal Teide an der Playa de Palma. | M. C.

| Playa de Palma, Mallorca | |

Die Welle von Diebstählen im auch bei vielen Deutschen beliebten Hotel Teide an der Playa de Palma auf Mallorca versetzte die Hotelleitung monatelang in Alarmbereitschaft. Zwischen April und Juli 2023 verschwanden immer wieder Geld und Wertgegenstände aus den Zimmern der Gäste. Der Ruf des Hauses stand auf dem Spiel, die negativen Online-Bewertungen häuften sich, und schließlich sah sich die Geschäftsführung gezwungen, das Hotel aus dem Internet zu entfernen. Als ein deutscher Fernsehsender die Vorfälle in einem Enthüllungsbericht thematisierte, war der Imageschaden perfekt.

Der Eigentümer des Hotels, der sich mit der wachsenden Zahl von Beschwerden konfrontiert sah, suchte nach einer Erklärung. Gemeinsam mit seiner langjährigen Hausdame Adela G. beriet er über mögliche Sicherheitsmaßnahmen. Die Angestellte, die seit einem Jahrzehnt im Hotel arbeitete und über einen Generalschlüssel verfügte, berichtete ihm, auch sie sei bereits Opfer eines Diebstahls geworden. Dass sie selbst in den Fokus der Ermittlungen geraten könnte, schien für den Hotelier zunächst ausgeschlossen.

Ein Detektivteam ermittelt

Um den mysteriösen Diebstählen auf den Grund zu gehen, engagierte das Hotel die renommierte Detektei Cabanach. Die Ermittler quartierten sich Ende Juli 2023 in Zimmer 406 ein, um verdeckte Ermittlungen anzustellen. Sie deponierten 80 Euro in einer kleinen schwarzen Handtasche im Schrank und weitere 380 Euro in einer Geldbörse in einem Rucksack. Um eine authentische Umgebung zu simulieren, ließen sie Kleidung, Handtücher, Flaschen, Essensreste und sogar etwas Sand auf dem Boden zurück.

Unauffällig installierten die Detektive zwei versteckte Kameras in einem Koffer sowie ein System zur Fernüberwachung der Aufnahmen. Die Falle war gestellt!

Am 28. Juli um 14.45 Uhr betraten drei Reinigungskräfte gemeinsam mit der Hausdame das Zimmer. In nur drei Minuten erledigten sie ihre Arbeit und verließen den Raum wieder. Doch dann geschah Entscheidendes: Nur drei Minuten später kehrte Adela G. zurück, öffnete den Schrank, inspizierte den Safe – und entwendete schließlich das Geld aus der Handtasche.

Die Detektive beobachteten weiter. Zwei Tage später, am 30. Juli, hinterlegten sie erneut Bargeld – 270 Euro im Safe und 110 Euro in der Handtasche. Wenig später betrat Adela G. das Zimmer erneut, wartete, bis ihre Kolleginnen gegangen waren, und bediente sich erneut.

Die Polizei greift ein

Die Beweislast war erdrückend. Die Detektive übergaben das Material an die Nationalpolizei, die umgehend handelte und die Hausdame festnahm. Vor Gericht räumte Adela G. lediglich die beiden dokumentierten Diebstähle ein. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr jedoch insgesamt 17 Diebstähle vor und beziffert die Summe der gestohlenen Beträge auf fast 5000 Euro – dazu kommen entwendete Schmuckstücke von Hotelgästen. Die Anklage fordert eine Haftstrafe von eineinhalb Jahren. „Ohne den Bericht der Detektive wären wir niemals zu dieser Schlussfolgerung gekommen“, erklärte ein Ermittler vor Gericht.

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