Ein viraler Zwischenfall um den Strand von Canyamel sorgt auf Mallorca derzeit für große Aufregung: Eine deutsche Urlauberin hat einem Bericht der spanischen Zeitung Ultima Hora zufolge in sozialen Netzwerken einen Mitarbeiter des Liegestuhlservices übel beleidigt – mit teils verletzenden Worten. Die Reaktionen darauf ließen nicht lange auf sich warten: Zahlreiche andere Touristen und Gruppenmitglieder auf Facebook zeigten sich empört und verteidigten den langjährigen Mitarbeiter mit Nachdruck.
Der Streit entbrannte dem Ultima-Hora-Bericht zufolge in einer Facebook-Gruppe rund um den Strand von Canyamel, die über 3800 Mitglieder zählt. Die Frau beklagte sich in einem deutschsprachigen Beitrag über eine vermeintliche Verringerung der Liegestühle im Vergleich zu früheren Jahren – so weit, so harmlos.
Ihr Hauptkritikpunkt richtete sich jedoch auf den Mitarbeiter, der die Liegen aufstellt: "Er ist zu alt, spricht nur Spanisch und versteht kein Deutsch oder eine andere Sprache", schrieb sie. Zudem berichtete sie, ihr Mann habe während eines einwöchigen Aufenthalts im Juni eine Auseinandersetzung mit dem Mann gehabt, da es Verständigungsprobleme gab.
"Er ist schmutzig und hat Zahnlücken"
Doch die Kritik ging weit über die Sprache hinaus. Die Urlauberin äußerte auch Vorwürfe bezüglich des äußeren Erscheinungsbilds des Mitarbeiters: "Er sieht schmutzig aus und hat Zahnlücken. Das wirkt unprofessionell." Außerdem warf sie ihm vor, seiner Arbeit nicht nachzugehen, sondern stattdessen mehrfach täglich Bier in der Strandbar zu trinken. Abschließend kündigte die Frau an, künftig keine Liegestühle mehr bei dem Anbieter zu mieten und forderte andere Mitglieder auf, ihr bei der Identifizierung des Mitarbeiters zu helfen, um Beschwerde bei dessen Vorgesetzten einzureichen.
Andere Deutsche verteidigen den Mann
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Zahlreiche Mitglieder der Gruppe, viele selbst Urlauber, verteidigten den Mitarbeiter vehement. "Wir sind in Spanien, hier spricht man Spanisch. Er macht seinen Job seit Jahren sehr gut", schrieb ein Nutzer ebenfalls auf Deutsch. Ein anderer konterte sarkastisch: "Was wollen Sie Ihrem Vorgesetzten sagen, der kein Deutsch spricht? Und auf keinen Fall verrate ich Ihnen seinen Namen!" Die Kritik wurde vielfach als ungerechtfertigtes Vorurteil aufgrund von Alter, Sprache und Aussehen empfunden.
"Solche Menschen sollten lieber in Deutschland bleiben", äußerte eine empörte Nutzerin. Andere betonten: "Bitte kommen Sie nicht mehr zurück" oder lobten den Mitarbeiter als "einen großartigen Mann, den ich seit mindestens 20 Jahren kenne."