Der deutsche Tourismus auf Mallorca zeigt in der Hochsaison erste Schwächen, die vor allem auf steigende Preise und Proteste gegen die Massifizierung zurückgeführt werden. Wie die spanischsprachige Lokalzeitung Ultima Hora schrieb, war im Mai und Juni ein Rückgang der Ankünfte zu verzeichnen: Nach Angaben des spanischen Nationalen Statistikinstituts INE ging die Gesamtzahl der deutschen Touristen im Mai um 2 Prozent und im Juni um 4 Prozent zurück, auf Ibiza und Formentera sogar um 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Während die Zahlen zu Jahresbeginn insgesamt noch leicht gestiegen sind, deuten aktuelle Entwicklungen auf eine Abnahme während der Sommermonate hin. Die Tourismusbranche berichtet von sinkenden Ausgaben deutscher Gäste, was sich negativ auf Hoteliers und Gastronomen auswirkt. Trotz dieser Trends bleibt Deutschland mit über fünf Millionen Besuchern im Jahr 2024 der wichtigste Herkunftsmarkt für die Balearen und stellt etwa ein Drittel aller internationalen Touristen. Allerdings warnen Medien und Reiseveranstalter vor einer Verlagerung der Nachfrage zu günstigeren Zielen wie Kroatien, Albanien, Griechenland oder der Türkei.
Auch der britische Markt verzeichnet rückläufige Tendenzen
Marktanalysen des staatlichen Tourismusbüros Turespaña und des Branchenverbandes Exceltur bestätigen, dass die deutsche Nachfrage zunehmend preissensibel reagiert und vermehrt günstigere Unterkunftsformen bevorzugt werden. Weitere Faktoren für die rückläufigen Zahlen sind internationale Handelsspannungen und wirtschaftliche Unsicherheiten.
Auch der britische Markt zeigt einen Rückgang, mit einem Minus von 6,5 Prozent bei den Ankünften im Juni. Der Preisanstieg im Sommer wird als wesentlicher Grund für die Rückgänge angesehen. Die Anpassung des Angebots an die Erwartungen der wichtigsten Quellmärkte erfolgt bislang nicht in ausreichendem Maße, so das Fazit von Branchenexperten.