Die Hafenbehörde von Mallorca und den Balearen (APB) plant eine umfassende Umgestaltung des Meeresviertels El Portixol in Palma. Ziel ist es, 4300 Quadratmeter öffentliche Fläche zu schaffen, neue Grünzonen anzulegen und den Straßenverkehr durch Fußgängerzonen und ein unterirdisches Parkhaus deutlich zu reduzieren. Das Projekt befindet sich noch in einer vorläufigen Phase: Weder Zeitplan noch Kosten stehen fest, die Behörde möchte die Pläne gemeinsam mit den Anwohnern abstimmen.
Im Zentrum des Projekts steht die Neugestaltung der Uferpromenade und der Mündung des Torrente de na Bàrbara. Ein zentrales Ziel ist, das vier Meter hohe Gefälle zwischen Promenade und Kai auszugleichen, die Barrierefreiheit zu verbessern und architektonische Hindernisse zu beseitigen. Derzeit ist der Bereich stark degradiert und leidet teilweise unter Überschwemmungen, sodass Radfahrer die Unterführung nur mit angehobenen Fahrrädern passieren können. Geplant sind mehrere Rampen und eine Optimierung des Wasserlaufs, um diese Probleme zu beheben.
Auch die Verkehrssituation soll deutlich entschärft werden. Ein oberirdischer Parkplatz wird für Anwohner geschaffen, während die Calle de la Sirena zur Fußgängerzone wird. Diese Straße ist derzeit stark befahren, hat nur wenig Platz für Fußgänger und ist oft von Autos blockiert, die auf der Suche nach Parkplätzen im Kreis fahren. "Es handelt sich um ein überlastetes Umfeld, in dem Fahrzeuge, Anwohner und Hafenaktivitäten schwer miteinander vereinbar sind", erklärt die APB.
Der motorisierte Verkehr wird deshalb neu organisiert, um den Anwohnern und Fußgängern Vorrang zu geben. Außerdem soll ein unterirdisches Parkhaus entstehen, wodurch bisher vom Verkehr beanspruchte Flächen in Grünflächen umgewandelt werden können. Vor dem Meer soll zudem ein neuer Platz entstehen, an der Stelle, wo sich derzeit Straßenverkehr, Parkplätze und eine Trockendockanlage befinden.
Neue Perspektiven für den Hafen
Auch der nautische Bereich soll modernisiert werden. Infrastruktur und sportliche Angebote werden neu geordnet, neue Liegeplätze für kleine Boote entstehen. Die APB bewertet den Hafenbereich derzeit als "untergenutzt": Aufgrund veralteter städtebaulicher Strukturen sei er durch Barrieren abgeschottet. Die Segelschule und die Werft neben dem Club Náutico nehmen die direkte Küstenlinie ein, sind aber umzäunt und trennen so optisch und physisch vom Meer.
"Aus einem geschlossenen, belasteten Bereich wird ein offenes, geordnetes und nachhaltiges Umfeld, das mehr Lebensqualität, mehr Stadt und mehr Meer für alle bringt", betont APB-Präsident Javier Sanz. Mit diesen Maßnahmen werde Portixol von einer Grenze zu einem lebendigen, zugänglichen Raum für Menschen aller Altersgruppen. Die Vorschläge stellte er gemeinsam mit dem Stadtrat für Tourismus, Kultur und Sport, Javier Bonet, den Nachbarschaftsverbänden vor.
Deutsche lieben die Gegend
El Portixol und das angrenzende El Molinar haben sich in den vergangenen 15 Jahren von einfachen Fischerbarrios zu angesagten Trendvierteln entwickelt. Besonders bei Deutschen erfreut sich die Gegend großer Beliebtheit – viele besitzen hier Wohnungen oder liebevoll restaurierte Fischerhäuser in erster Meereslinie, die heute mehrere Millionen Euro wert sind. In der kleinen Bucht befinden sich zahlreiche Bars, Restaurants und Cafés. Vor allem an Wochenenden wird es dort oft sehr voll.